Eltern sollen Erzieherinnen in Kitas ersetzen

In Dortmunds städtischen Kitas könnten bald die Eltern das Regiment übernehmen. Die Stadt will Eltern die Möglichkeit einräumen, bei einer Fortsetzung des Erzieherinnen-Streiks ihre Kinder selbst zu betreuen. Auch die Zahl der regulären Notplätze soll ab kommender Woche weiter erhöht werden.

Dortmund.. Kita-Betreiber Fabido will damit einem Wunsch der Grünen im Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie folgen. Vorbild für eine von Eltern selbstorganisierte Betreuung in städtischen Kitas sind Städte wie Bonn, Aachen und Hattingen, wo dieses Modell einer "Notbetreuung" bereits praktiziert wird.

Die Eltern müssen dort eine Erklärung unterscheiben, mit der die Stadt von einer Haftung befreit wird, und sich bereit erklären, mögliche Schäden an der Kita-Einrichtung zu begleichen. Ähnliche Vereinbarungen könnte es auch für Dortmund geben. Entscheiden könnte darüber der Fabido-Betriebsausschuss am 18. Juni.

Über 1000 Notplätze ab nächster Woche

Lohmann deutete auch an, dass bei einer Fortsetzung des Kita-Streiks die Zahl der Notplätze ab nächster Woche weiter erhöht wird - von aktuell 710 auf dann 1035 Plätze in 15 Einrichtungen. Das entspricht einem Anteil von 15 Prozent an der Gesamtzahl der Betreuungsplätze bei Fabido.

Auch beim Stadtelternrat findet das "Selbstversorger"-Modell Unterstützung. Vor der Ausschuss-Sitzung hatten erneut knapp 100 Eltern und Kinder auf Initiative des Stadtelternrates vor dem Rathaus für ein Ende des Streiks demonstriert und waren in einem Demo-Zug durch die City zur Zentrale der Gewerkschaft Verdi am Königswall gezogen.