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Prozess

Eishockey-Stürmer soll Fan niedergeschlagen haben

24.07.2012 | 19:10 Uhr
Eishockey-Stürmer soll Fan niedergeschlagen haben
Der Eishockeyspieler Nils L. soll am 2. Oktober 2011 nach der Niederlage gegen Bad Nauheim einen gegnerischen Fan bewusstlos geschlagen haben.

Dortmund.   Nils L., früherer Stürmer beim Dortmunder Eishockey-Club „Elche“ soll am 2. Oktober 2011 nach der Niederlage gegen Bad Nauheim einen gegnerischen Fan bewusstlos geschlagen haben. Und nicht nur das: Er trat auch auf den am Boden liegenden Fan ein – so sieht es die Staatsanwaltschaft.

Prügelnde Fans sind schlimm genug. Aber was sich Nils L., früherer Stürmer beim Dortmunder Eishockey-Club „Elche“ laut Anklage geleistet hat, ist einfach unverzeihlich: Der 25-Jährige, der inzwischen zu den Frankfurter Löwen gewechselt ist, soll am 2. Oktober 2011 nach der Niederlage gegen Bad Nauheim einen gegnerischen Fan bewusstlos geschlagen haben. Und nicht nur das: Er trat auch auf den am Boden liegenden Fan ein – so sieht es die Staatsanwaltschaft.

Schwere Vorwürfe, zu denen der 25-Jährige gestern im Prozess vor dem Amtsgericht schwieg. Dafür sagte der damals verletzte Bad Nauheim- Fan umso mehr dazu, was seiner Erinnerung nach unmittelbar nach dem Oberliga-Spiel vor dem Stadion passiert ist.„Ja klar, wir waren in Siegeslaune, haben Lieder gesungen, auch Lieder gegen Dortmund, ich habe mir nichts dabei gedacht, das macht man eben so.“ Dass er, als zwei Dortmunder Spieler direkt an ihm vorbei gingen, provokativ geklatscht und dazu „super gemacht, Jungs“ sagte, räumte der Fan aus Süddeutschland gestern wohl ein.

Gehirnerschütterung und Prellungen

Was dann geschah, wird er nie vergessen: „Der eine Spieler, der stehen blieb, hat mich geboxt, ich merkte einen Schlag. Dass ich dann am Boden gelegen haben soll, das hörte ich erst später von den anderen.“ Und an noch etwas konnte er sich erinnern: „Da riefen mehrere Leute: Nils, hör auf, hör auf.“

Die Stimmen gehörten Dortmunder Elchen, die ihren tobenden Mannschaftskameraden wegzogen – so jedenfalls sagte es gestern die Ehefrau des Opfers. „Mein Mann wurde zweimal ins Gesicht getreten, ich habe die um Hilfe gebeten.“ Minuten später habe sie dann die Frage gestellt: „Wer aus der Dortmunder Mannschaft heißt Nils?“ Ein Bekannter habe ihr damals noch am gleichen Abend auf seinem I-phone ein Bild von Nils L. gezeigt. „Ich habe ihn erkannt. Er war das, der meinen Mann erst geschlagen und dann getreten hat. Zweimal ins Gesicht, einmal in die Seite.“ Auch gestern im Gericht sagte sie mit Blick auf die Anklagebank: „Ja, er war das.“

Der Fan aus Bad Nauheim erlitt eine Gehirnerschütterung sowie Prellungen und Hämatome im Gesicht. Drei Wochen lang war der 25-Jährige damals krank geschrieben. Auf Antrag der Verteidigung hört Amtsrichter Jonathan Roericht jetzt noch weitere Dortmunder Spieler als Zeugen. Fortsetzung des Prozesses am 7. August.

Kathrin Melliwa



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