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Einladung zu Nobelpreis-Verleihung

11.10.2012 | 23:00 Uhr
Einladung zu Nobelpreis-Verleihung
Die Forschung über die Schilfele war seine Eintrittskarte: Simon Chen fährt nach Stockholm.Foto: Franz Luthe

Dortmund.   Ein 19-jähriger Dortmunder ist Botschafter Deutschlands bei der Nobelpreis-Verleihung in Stockholm.

Sie haben schon angerufen aus Stockholm, bei seiner Mutter. Und nach Simons Kleidergröße gefragt. Nichts schließlich bleibt dem Zufall überlassen, wenn der 19-jährige Dortmunder mit der königlichen Familie am Ehrentisch Platz nehmen wird. Simon Chen ist als Botschafter zur Nobelpreis-Übergabe nach Schweden eingeladen. Es ist eine große Ehre: Aus jedem Land wird nur ein junger Mensch an diesen Tisch gebeten – das macht vor allem auch Chens Eltern stolz.

Der 19-Jährige wird Deutschland als Nachwuchswissenschaftler seines Landes vertreten und beim festlichen Bankett zusammen mit den Preisträgern, der königlichen Familie, hohen Repräsentanten der Nobel-Gremien sowie Ehrengästen an einem Tisch sitzen. Traditionell findet die Übergabe der Nobelpreise am 10. Dezember, dem Todestag von Stiftungsgründer Alfred Nobel (1833 - 1896), statt.

Erforschung eines Nachtfalters

Die Gummistiefel muss Chen an diesem Tag wohl zu Hause lassen. Dabei ist er, im übertragenen Sinn, in ihnen nach Stockholm gewandert. Simon Chen hat sich die Einladung dorthin nämlich unter anderem auch an einem Tümpel auf der Stadtkrone-Ost verdient. Hier und anderswo erforschte er die Schmetterlingsart der Schilfeule, für die einen ein simpler Nachtfalter, eine Motte also. Für Chen eben keine unscheinbare, aber dennoch zum Teil bedrohte Art. Sein Thema: „Die kleinräumige Verbreitung der Schilfeule in einem strukturreichen Lebensraum“.

Der Dortmunder, der inzwischen sein Abitur am Phoenix-Gymnasium mit einem Schnitt von 1,2 bestanden hat und Biologie studieren will, hatte sich mit seinen Untersuchungen über den Nachtfalter bis aufs Siegertreppchen des Bundeswettbewerbs von „Jugend forscht“ im Bereich Biologie durchgesetzt. Der junge Forscher wurde zudem von der Uni Lüneburg zu einem Forschungsprojekt über Schmetterlinge eingeladen.

Und jetzt eben nach Stockholm, in den Kreis der Wissenschaftler, die, so das Vermächtnis von Alfred Nobel, „der Menschheit den größten Nutzen geleistet“ haben. Verbunden damit ist sicher auch die Hoffnung, dass auch Simon Chen diesen Weg weiter beschreiten wird.

Von Anja Schröder



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