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Eine unerklärliche Tragödie

20.06.2007 | 08:37 Uhr

Warum mussten Chantal, Pascal und Kevin sterben? Alle drei, so schilderten Zeugen vor dem Schwurgericht, waren unproblematische, ja pflegeleichte Kinder.

So stand der kleine Pascal friedlich in seinem Kinderbett in der Wohnung auf dem Höchsten und wollte spielen, als seine Mutter ihn am 13. September 2001 heraushob. Etwa acht Minuten lang, so hatte die 27-Jährige bei ihrer Vernehmung bei der Polizei unter Tränen gestanden, drückte sie dem eineinhalb-jährigen Jungen das Kissen auf das Gesicht. Dann rief sie den Notarzt, wie jedesmal, wenn sie ihre Kinder tötete.

Als die Polizistin - sie hatte die Mutter direkt nach der Festnahme im Oktober 2006 vernommen - das sachliche Frage-Antwort-Protokoll gestern vor Gericht wiedergab, rang nicht nur die Beisitzende Richterin um Fassung. Wann sie darüber nachgedacht habe, die Kinder zu töten, lautete damals eine Frage an die Angeklagte. "Überhaupt nicht, ich habe überhaupt nicht nachgedacht." Kurz darauf darauf, so die Polizistin, habe die 27-Jährige den Satz gesagt: "Es wurde mir wohl irgendwie alles zuviel." Schwer nachzuvollziehen, denkt man an das engmaschige Betreuungsnetz, bestehend aus Großeltern, Freunden und Nachbarn. Vor allem Kevin, das jüngste Kind, gab die Mutter auch über Nacht häufig ab. Wenn sie "mal wieder unterwegs war", wie sich eine Babysitterin ausdrückte.

Zwei Jahre nach Kevins Tod hatte die Frau wieder eine neue Beziehung, traf sich aber auch oft mit einem neuen Bekannter. Ihm vertraute sie auch die schrecklichen Taten an: "Jay-Jay", verdeckter Ermittler des Landeskriminalamtes. Ob "Jay-Jay" am 17. Juli vernommen wird und wenn ja, in welcher Form, darüber entscheidet das Innenministerium während der dreiwöchigen Prozesspause.

Von Kathrin Melliwa

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