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Eine Schiffs-Rundfahrt durch den Dortmunder Hafen

05.03.2010 | 18:36 Uhr
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Eine Schiffs-Rundfahrt durch den Dortmunder Hafen

Dortmund. Das grünlich schimmernde Wasser ist ganz klar. Wenn Werner Kater morgens den Diesel seiner Barkasse im Dortmunder Hafen zur Rundfahrt anschmeißt, kann er bis zum sandigen Grund des Hafenbeckens schauen.

Dreieinhalb Meter tief ist Deutschlands zweitgrößter Binnenhafen. Unter dem lauten Tuckern des Motors schiebt sich die „Stadt Dortmund” langsam aus dem Bootsschuppen schräg gegenüber des Speichers der Firma Raiffeisen, wo sich gerade Tonnen von Körnern über ein Fallrohr in den Anhänger eines Landwirts ergießen.

Rottmann Foto Der Hafen in Dortmund. Aufgenommen zwischen Altes Hafenamt und Hardenberghafen.

Mehrmals in der Woche kontrolliert der Hafenmeister die Spuntwände, die palisadengleich seit den 80er Jahren die 35 Hektar große Wasserfläche eisern umschließen. „Es können schon einmal kleine Risse auftreten, so dass Wasser ins Erdreich dringt. Wir melden das, und dann wird der Schaden repariert.” Als das Boot in langsamer Fahrt die stählernen Quader passiert, die sich links und rechts des Beckens im Container-Terminal farbenfroh auftürmen, erinnert sich Werner Kater, wie es hier noch vor 20 Jahren ausgesehen hat. Viel mehr Freiflächen habe es da gegeben. Doch das Wachstum sei gut für die Stadt, wo doch an anderen Stellen Hochhöfen abmontiert und Zechen geschlossen wurden. Jetzt ist der Hafen das größte Industriegebiet der Stadt, in dem 5000 Menschen arbeiten. Logistik heißt das Zauberwort. Drei riesige Verladekräne, die wie Brücken auf Schienen fahren, verteilen unter dem beständig piependen Warnton für die Arbeiter die Schiffscontainer auf Lkw und Güterwaggons der Bahn, die die Waren ins Land bringen. Im vergangenen Jahr sind hier 2,41 Millionen Tonnen Ware umgesetzt worden. Das hätten die über 100 Jahre alten Kräne nicht gehoben, die jetzt museumsreif an der Ecke zum Petroleumhafen stehen. Das helle Grün der stählernen Zeugen der wilhelminischen Industrialisierung ist in vier Metern Höhe einem von Vergänglichkeit kündenden Rostbraun gewichen. Doch nicht der Zahn der Zeit hat an diesem Denkmal genagt. „Ein paar Idioten, haben dort ein Feuer gemacht”, brummelt Werner Kater.

Immer ein Auge auf die Verladetiefe

Heute ist ein ruhiger Tag. Die Schlote der Gasrußwerke gegenüber der Kohlenberge pusten hellen Rauch in den Himmel. Ein paar Möwen dösen auf dem spiegelglatten Gewässer und lassen sich auch vom dröhnenden Diesel nicht stören. Der Verkehr ist überschaubar. Bis auf die Blätter eines Ruderboots die in das Wasser klatschen, ist die „Stadt Dortmund” allein für die Wellen auf den ersten Metern des Dortmund-Ems-Kanal verantwortlich. Im Petroleumhafen liegt die „Hermann Burmester” tief im Wasser und löscht ihre Ladung. Liter für Liter fließt das Mineralöl in die runden Tanks. Der Hafenmeister hat immer ein Auge auf die Verladetiefe der Schiffe. Mehr als 2,80 Meter sind nicht erlaubt, damit die langen Kähne nicht aufsetzen. Das Tankschiff ist für Werner Kater ein alter Bekannter. Drei bis vier Mal im Monat macht sein Kapitän in Dortmund fest. „Immer alles in Ordnung.”

Rottmann Foto: Hardenberghafen.

Nach zwei Stunden Dieselbedröhnung, ist die Stille eine Wohltat, als Werner Kater in der Kajüte die Zündschlüssel herumdreht. Jetzt geht's ins Büro. Papierkram erledigen. Spätestens dann wird klar, dass seine Arbeit weder etwas mit Seefahrer- noch mit Industrieromantik zu tun hat.

Gregor Boldt

Kommentare
06.03.2010
11:33
Die kleine Hafenrundfahrt
von DEWFan | #1

Zitat aus dem Text: Das grünlich schimmernde Wasser ist ganz klar. Wenn Werner Kater morgens den Diesel seiner Barkasse anschmeißt, kann er bis zum sandigen Grund des Hafenbeckens schauen.

Ist mir auch schon seit mehreren Jahren aufgefallen, dass das Wasser immer klarer wird. Ich kenne sonst keinen Kanal in dem das Wasser so eine große Sichttiefe besitzt. Auch deshalb gehen am DEK so viele junge Menschen baden.
Klares Wasser = sauberes Wasser, oder?
Dortmund-Ems-Kanal: das Mittelmeer des kleinen Mannes ;-)

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