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Schultheaterfestival

Eine Einladung zum Fliegen im Kopf

25.06.2012 | 18:25 Uhr
Eine Einladung zum Fliegen im Kopf

Dortmund.  Das 8. Schultheaterfestival ist eine Einladung – zum Fliegen im Kopf.

Fliegen und vorwärts denken. Ein Titel, der nicht nur zum ersten Stück, der auch zum gesamten Projekt passt. Im Theaterspiel nämlich fliegt die Fantasie, wird das Ist zur Option, sind Entwicklung und Veränderung, persönliche wie kulturelle, implantiert. Ein steter Perspektivwechsel. Und den steuern die jungen Mimen des Schultheaterfestivals an. Gestern wurde das „Wechselspiel“ eröffnet.

Elly Beinhorn, eine der ersten deutschen Pilotinnen, sorgte mit ihren spektakulären Alleinflügen für Aufsehen. Das junge Ensemble der Theaterwerkstatt hat sich für seinen Beitrag zum Schultheaterfestival die Sportfliegerin als theatralischen Reibungspunkt erwählt. Aber anders als Beinhorn teilen sich die jungen Darsteller ihre Leidenschaft. Fürs Spiel. Für die produktive Auseinandersetzung. Fürs Fliegen im Kopf.

Es ist eine von mehr als 20 Produktionen, die insgesamt 28 Schulklassen und freie Theater bis zum Ende der Woche auf die Bühnen bringen – im Stadttheater , im Theater im Depot und im Fletch Bizzel .

Man lernt, die Stimme zu erheben

Sie sind zwischen sechs und 20 Jahre alt, kommen aus allen Schulformen, sind hochmotiviert. Sollen in erster Linie Spaß haben, wie Horst Hanke Lindemann gestern befand. Aber Theaterspiel ist mehr. Sagt Schauspieldirektor Kay Voges. Und gesteht: Mit sechs Jahren habe er zum ersten Mal auf der Bühne gestanden. Als „dicker Pfannekuchen“. Keine Rolle fürs Leben, wenn man ihn so anschaut.

Nicht jeder, zuckt er die Schultern, müsse unbedingt ein guter Schauspieler werden. Was man aber lerne: Seine Stimme zu erheben. Vor anderen Menschen. Auf der Bühne und im Leben. Gerade zu stehen. Bildlich. Und für seine Einstellung. Der Gewinn dieses Festivals, besonders für die Teilnehmer? Die Wünsche der Interviewpartner von Schauspielpartisanen Niels Beck und Celine Feldtmann gehen deutlich weiter als „Ruhm, Ehre und ersatzweise jede Menge Kohle“.

8. Auflage eine Premiere

Dass diese 8. Auflage des Schultheaterfestivals sozusagen eine Premiere ist? Die kulturelle Plattform ist eine breitere – und das Ziel dieser Zusammenarbeit solle über das Festival hinausgehen. Die Auseinandersetzung ist eine angeregtere – durch Tandem-Gespräche (jede Theatergruppe hat eine Partnergruppe, die sich speziell mit den entsprechenden Stücken auseinandersetzt), mehr Moderation, aktive Begleitung, spannende Workshops im Vorfeld.

Der Rest? Sind „Schöne Aussichten“. Denn: „Wir haben was zu sagen“. „Wie wir es wollen“ – so zeigen es die jungen Schauspieler und fragen provokativ: „Was weißt du denn schon?“ Zumindest eines: Dass diese Einladung zum Fliegen im Kopf ein wilder Ritt auf der Schaukel der Fantasie sein wird und letztlich ein befruchtendes „Wechselspiel“.

Von Anja Schröder



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