Eine Chance für den Champagnerdieb

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Was wir bereits wissen
Wegen Diebstahls und Schwarzfahrens verurteilte das Amtsgericht einen 32-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten. Der Mann hatte vier Flaschen Champagner und 28 Flaschen Jägermeister gestohlen.

Der Champagnerdieb atmete auf – das war knapp. Um ein Haar wäre der 32-Jährige wegen Diebstahls und Schwarzfahrens im Gefängnis gelandet. Amtsrichter Georg Junglas gab dem bereits vorbestraften Mann gestern noch einmal eine Chance.

Acht Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, so lautete das Urteil für den wortkargen Dortmunder, der zwei Mal Alkohol gestohlen hatte und zudem vier Mal ohne Ticket im Zug nach Kamen erwischt wurde. Außerdem muss der arbeitslose Mann 150 Stunden Sozialarbeit ableisten. Wo, das wird ihm noch mitgeteilt.

Angeklagter gab sich wortkarg

Am 15. September 2011 wollte der Angeklagte, der vor Gericht kaum mehr als ein „ja“ oder „nein“ hervorbrachte, bei „Kaufland“ an der Bornstraße vier Flaschen Champagner im Wert von 155,96 Euro an der Kasse vorbeimogeln. Da war es gerade einmal drei Tage her, dass er bei „Kaufland“ am Körner Hellweg zugeschlagen hatte: Die Beute: 12 Flaschen Jägermeister für 128 Euro.

„Das habe ich alles selbst getrunken“

„Was haben Sie damit gemacht? Ich vermute, alles verkauft?“, fragte Amtsrichter Georg Junglas. Die Antwort des Angeklagten erstaunte selbst den erfahrenen Juristen für einen kurzen Moment: „Verkauft? Nein! Das trinke ich alles selbst.“ Seit der Trennung von seiner Frau gehe es ihm nicht besonders gut.

„Der allerletzte Schuss vor den Bug“

Wegen versuchten Betrugs und einem anderen Jägermeister-Diebstahls ist der Mann in der Vergangenheit bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. „Auch wegen kleiner Sachen kann man ins Gefängnis wandern“, warnte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Das hier ist der allerletzte Schuss vor den Bug.“