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Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Einblick in eine fremde Welt

26.01.2013 | 07:00 Uhr
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Einblick in eine fremde Welt
Trinkwasserverkäufer in der Hauptstadt Kabul 1953. Yvonne von Schweinitz fotografierte drei Monate lang in Afghanistan.Foto: Knut Vahlensieck

Afghanistan - dieses Land ist seit Jahren Thema in den Schlagzeilen der Nachrichten durch Terror, Krieg und Zerstörung. Eine neue Schau im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt das Land von einer anderen Seite.

Afghanistan - dieses Land ist seit Jahren Thema in den Schlagzeilen der Nachrichten. Terror, Krieg und Zerstörung. Meistens erreichen nur Schreckensbilder die breite Öffentlichkeit. Kaum jemand kennt auch die Gegenseite - Die Menschen, ihre Geschichte, die Entwicklung eines Landes, welches als Vielvölkerstaat zahlreiche Kulturen beherbergte.

Von Zürich aus machten sich 1953 Yvonne von Schweinitz, damals noch Gräfin von Kanitz, und der Schweizer Hans von Meiss-Teuffen auf dem Weg durch die Nah- und Mittelostländer Asiens. Der Weg führte zunächst einmal nach Iran. Dort trafen sie in der britischen Botschaft Teherans den damaligen Maler und Kulturattaché Afghanistans Abdul Ghafur Brechna. Der Afghane sprach fließend deutsch, er studierte dort und so kam er schnell mit den Reisenden ins Gespräch. Auf einem einfachen Stück Papier gewährte er unkompliziert mit drei Stempeln die Einreise nach Afghanistan.

Vorbei an Buddha-Statuen

Mit einer Rolleiflex, einer Leica M3 und einer Polaroidkamera ging es einmal quer durch das Land am Hindukusch. Von Herat im Westen, über Farah, entlang der Wüste Khash und Kandahar, ging die Fahrt bis in die Hauptstadt Kabul. Drei Monate lang erkundeten sie Land, Leute und Kultur. Unter anderem auch das Bamiyan-Tal mit den berühmten Buddha-Statuen, die in Folge der Taliban-Herrschaft vollkommen zerstört wurden.

Auf dieser dreimonatigen Reise entstanden zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotografien. 75 Fotos dieser Dokumentation durch ein fremdes Land sind seit gestern im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte an der Hansastraße zu sehen. „Gesichter Afghanistans“ heißt die Ausstellung, die bis zum 1. April zu bestaunen ist. „Wir sind begeistert, dass Frau von Schweinitz hier in Dortmund ausstellt und wir damit die Tradition der Fotoausstellungen im MKK fortführen können“, freut sich Museumsdirektor Wolfgang E. Weick im Vorfeld der Eröffnung gestern. „Die Fotos sind faszinierend und zeigen uns eine Gesellschaft, die es so nicht mehr gibt“, fügt er hinzu. Auch der Kurator der Ausstellung Claus Friede gab schon einmal einen Einblick in die Schau: „Es gibt unglaublich viel dort zu entdecken. Man bekommt sonst nur das Leid mit, aber nichts von den Menschen, ihre Gastfreundschaft und Geschichte. Es ist uns wichtig, ein anderes Bild Afghanistans zu vermitteln“, sagt er. Bei der Eröffnung gestern Abend war die Fotografin bei der Ausstellungseröffnung zu Gast. Für die Wanderausstellung ist das bereits die vierte Station nach Hamburg, Bremen und Berlin.

Von Axel Schürgels

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