Ein Leben ohne Geld und Krankenversicherung
14.04.2010 | 18:27 Uhr 2010-04-14T18:27:00+0200
Ein Leben ohne Einkommen und Sozialversicherung findet heute gemeinhin nur noch unter einer Brücke statt - es sei denn, man ist im Wohnstift Augustinum beschäftigt.
Das jedenfalls ist der Eindruck, den Nicola Bartnik und und Stephanie Kusenberg von ihrem Arbeitgeber haben. Die eine Krankenschwester, die andere Altenpflegerin - beide arbeitsunfähig geschrieben wegen eines Burnout-Syn-droms bzw. Bandscheibenvorfalls. Im Job krankgeworden also. Nach Umschulungen zur Büro- bzw. Industriekauffrau meldeten sie sich im Januar 2010 zurück zum Dienst. Nur: Der Arbeitgeber möchte ihnen keine Arbeit mehr geben. Hat beiden aber auch nicht gekündigt. Und nun?
»Bin nicht gekündigt, kann mich daher nicht arbeitslos melden«
„Ich habe kein Einkommen, bin nicht krankenversichert, kann mich nicht arbeitslos melden, weil ich nicht gekündigt worden bin und weiß beruflich nicht, wie es weitergeht”, sagt Stephanie Kusenberg. Ein Leben mindestens zwischen Baum und Borke - oder, je nachdem, was passiert, in freiem Fall.
Alle drückten ihr Bedauern aus, „aber uns steht das Wasser bis zum Hals”. Großartigen Reichtum könne man als Altenpflegerin auch nicht anhäufen, die Ersparnisse sind bei beiden Frauen aufgebraucht.
Ganz klar, dass sich daraus ein Rechtsstreit ergibt. Betrüblich nur, dass sich der Termin vor dem Arbeitsgericht bei Nicola Bartnik bereits schon auf Ende Mai verschoben hat. Kusenberg hofft, dass sich ihr Termin am 3. Mai nicht auch noch verschiebt - sie will ein Ende der Unsicherheit.
Rechtsanwalt Jan De Bondt vertritt sie. Der Jurist sieht ganz eindeutig ein Fehlverhalten des Arbeitgebers. Er mutmaßt, dass sich das Augustinum „auf kaltem Wege” von seinen Mitarbeiterinnen trennen möchte. Heißt: „Sie wollen sie zum Einknicken bewegen - sie sollen wohl selber kündigen, damit das Augustinum keine Abfindung zahlen muss. Eine Mitarbeiterin hat bereits aufgegeben.”
Ist das Vorgehen Teil einer Taktik?
Das Vorgehen könnte Teil einer Taktik sein, sich von gut ausgebildeten, mithin „teuren” Mitarbeiterinnen zu trennen, um sie durch nicht examinierte, schlechter verdienende zu ersetzen. Das Augustinum wollte sich mit Hinweis auf das laufende Verfahren zu dem Vorfall nicht äußern.
Beide Frauen würden auch in anderen Bereichen des Hauses arbeiten - im Service, in der Küche, als Hausdamen, in der Verwaltung. Nur eben in der Pflege nicht - die hat sie krank gemacht. Aber der Druck jetzt, der macht sie auch nicht gesünder. Kommentar
10:56
beide arbeitsunfähig geschrieben wegen eines Burnout-Syn-droms bzw. Bandscheibenvorfalls. Also ist ein Burn-Out-Syndrom so etwas wie ein Bandscheibenvorfall ?
Kleiner Vorschlag zur Korektur: Die eine krank geschrieben wegen eines B-O-Syndroms, die andere wegen eines bandscheibenvorfalls ...
Gibt bei Euch keine Lektoren, die sich mit Synonymen auskennen ?
08:45
Na, wenn DAS nicht christliche Nächstenliebe ist!