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Dortmunder Sturmjäger

Ein Hobby im Zentrum des Orkans

03.02.2009 | 17:13 Uhr
Ein Hobby im Zentrum des Orkans

Mittendrin statt nur dabei - das könnte auch das Motto der Dortmunder Sturmjäger sein. Dort, wo andere trockene Plätze oder gleich das Weite suchen, zieht es die Hobby-Wetterbeobachter gerade hin.

Video
Das Storm-Chasingteam Dortmund dokumentiert Unwetter und Gewitter - die ehrenamtlichen Sturmjäger aus Dortmund "jagen" den Gewittern hinterher.

Allerdings hat das nichts mit Erlebnissen wie in Kinofilmen wie „Twister” zu tun. „Wir rasen nicht durch Häuser und ketten uns nicht an Rohren fest und hängen dann beim Orkan mit den Beinen Richtung Himmel”, erklärt Patrick Wagner (24). „Unsere Sicherheit geht vor.”

Die Mitglieder des Dortmunder „Storm-Chasingteam” fahren auch nicht auf blauen Dunst durch die Republik: „Wir beobachten vorher Wetterradar und Vorhersagen und machen Pläne, wohin sich eine Fahrt lohnt, macht Lars Popanda deutlich. Mit 29 Jahren ist er der „Senior” der Gruppe und seit Jahren vom Wetter fasziniert. So sehr, dass er eine eigene Wetterstation in Berghofen (www.dortmund-wetter.de) betreibt.

Ein junges Hobby

„Sturmjäger” ist ein noch junges Hobby: Rund 200 Menschen machen das in Deutschland. Über einschlägige Internetseiten wie das Portal „Skywarn” („Himmelswarner”) haben sich die Dortmunder kennengelernt. „Gemeinsam macht die Wetterbeobachtung einfach mehr Spaß”, sagt Daniel Plätz (23). Doch einfach nur „Wetter gucken” wäre der sechsköpfigen Gruppe zu wenig: Mit GPS, Windmessern, Blitzdetektoren, Foto- und Videokameras sowie aktuellen Radar- und Wetterkarten via mobilem Internet gehen sie auf Tour, berichtet Felix Rust (17). Das zeitintensive Hobby kann teuer werden - schließlich geht es in Unwetter-Gebiete: „Wir haben alte Autos. Aber trotzdem versuchen wir, Hagelschäden zu vermeiden.” Ein Bulli oder ein Wohnmobil für die ganze Ausrüstung wäre schön. „Aber viel zu teuer - nur für ein Hobby”, betont Elmar Grüwel (26).

Lizensierte Wetterwarner

Allerdings ist es ihr Hobby nicht nur „Gaudi”: Viele von ihnen sind lizensierte Wetterwarner. „Wir sind das Auge der Wetterdienste vor Ort”, erklärt Wagner. Wenn bestimmte Kriterien überschritten werden, sich beispielsweise Starkregen oder Hagelschauer abzeichnen, setzen sie Warnmeldungen ab, auf die auch der Deutsche Wetterdienst und Meteomedia zurückgreifen. Denn bestimmte Werte wie die reale Windgeschwindigkeit, Niederschlagsmenge oder der Durchmesser der Hagelkörner,+ werden von den Sturmjägern dokumentiert.

Wolken lesen lernen

Außerdem haben sie mittlerweile gelernt, auch die Wolken zu lesen und entsprechende Hinweise auf sich entwickelnde Wetterlagen zu geben. Mehr als einmal haben sie unterwegs Radfahrer oder Fußgänger gewarnt. Ob ihre Prognosen gut genug waren, bekommen sie direkt zu spüren. Ihr Motto: „Ein echter Chaser wird nicht nass.”

Fotostrecke mit Wetterimpressionen der Sturmjäger

Homepage der Sturmjäger

Alexander Voelkel

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