Ein filmischer Blick in die Geburtsstunde des BVB

Dreharbeiten im „Spiegelsaal“ des „Wildschütz: Authentischer geht’s kaum.
Dreharbeiten im „Spiegelsaal“ des „Wildschütz: Authentischer geht’s kaum.
Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Es wurde sogar im Spiegelsaal des alten „Wildschütz“ gedreht – da, wo der BVB aus der Taufe gehoben wurde. Ein Film widmet sich der Vereinsgeschichte.

Dortmund.. Dicke Rauchschwaden liegen in der Luft, gut zwei Dutzend Männer diskutieren hitzig. Worte wie „Fußball“, Kirche“ oder „Unabhängigkeit“ fallen. Ein Kaplan stürmt in den Saal, ruft zur Ordnung. Es kommt zum Handgemenge, eine Faust knallt ans Kinn des Gottesmannes. Diskussion beendet. Am Ende nehmen 19 junge Männer ihr Herz in die Hand und gründen den Ballspielverein Borussia Dortmund.

So ungefähr muss es gewesen sein, als am 19. Dezember 1909 der BVB von katholischen Männern, die rund um den Borsigplatz beheimatet waren, aus der Taufe gehoben wurde. Die drei BVB-Fans und Journalisten Marc Quambusch, Jan-Henrik Gruszecki und Gregor Schnittker verfilmen derzeit die turbulente Gründerzeit des BVB.

Treibende Kraft hinter der Vereinsgründung im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt steht die treibende Kraft hinter der Vereinsgründung: Franz Jacobi, der den fußballfeindlichen Kaplan Dewald per Fausthieb aus dem Spiegelsaal vertrieb. Am Sonntag drehte das Team das Herzstück des Films, die Gründungsversammlung. Dazu richtete sich das Filmteam am Originalschauplatz ein – im ehemaligen Spiegelsaal der Gaststätte „Zum Wildschütz“. „Es ist etwas ganz Besonderes, dass wir am Originalschauplatz drehen können. Auf diesem Boden wurde der BVB gegründet“, schwärmt Gruszecki.

Borussia Dortmund Als das Team hier vor einigen Wochen die Arbeit aufnahm, war der Saal noch eine karge Baustelle. Man führte Interviews mit Historikern und Nachfahren der BVB-Gründerväter. An einem verregneten Sonntag im November stellten Amateurfußballer in originalgetreuen Trikots die ersten Spiele der Borussia nach. Jetzt dreht das Team wieder im Wildschütz, mitsamt wallender Vorhänge, rustikalem Mobiliar und Werbetafeln für eine Brauerei namens Borussia.

Finanziert wurde der Film in erster Linie von BVB-Fans im Lande. Per Crowdfunding sammelten die Filmemacher rund 260.000 Euro ein. Mitte März soll der Film „Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB“ Premiere feiern.

Am 19.12. wird das Team auf der Webseite www.franz-jacobi.de einen Trailer zum Film veröffentlichen - Gänsehaut garantiert.