Ein Ende mit Blick auf einen Anfang
21.10.2007 | 19:26 Uhr 2007-10-21T19:26:15+0200"Das Ruhrgebiet ist ein Schmelztiegel der Nationen. Wir denken darüber nach, im Jahr der Kulturhauptstadt wiederzukommen." Dieter Berg, Geschäftsführer der "Robert Bosch Stiftung", zeigte sich jetzt im Rathaus beim Abschluss der "Chamisso-Tage an der Ruhr
Der Adelbert-von-Chamisso-Preis der "Bosch Stiftung" wird seit 1985 an deutschsprachige Autoren nicht-deutscher Muttersprache verliehen. Im Abstand von zwei bis vier Jahren finden die "Chamisso-Tage" statt, an denen die Preisträger lesen.
Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der Geschäftsführer der Ruhr 2010 GmbH, Oliver Scheytt, und OB Gerhard Langemeyer bezeichneten die Literaturtage "tolle Vorbereitung für 2010". Der Ideengeber des Preises, Harald Weinrich, begrüßte, dass die "Chamisso-Tage" nach Stuttgart, Leipzig und Basel den Weg ins multikulturelle Ruhrgebiet gefunden hätten. Anwesend waren auch viele Autoren sowie die Organisatoren der 13 beteiligten Ruhrgebietsstädte.
Rund 9000 Zuhörer, davon 6600 Schüler, hätten in den vier Tagen die 180 Literatur-Veranstaltungen mit 33 Autoren besucht, so Berg. "Die Stiftung möchte die Eintrittsgelder darauf verwenden, allen beteiligten Schulen je ein Buch jedes Autors zu spenden", verkündete er und fügte hinzu: "Und falls die Einnahmen nicht reichen, gibt die Stiftung den Rest dazu!"
Scheytt kündigte mit Blick auf den Erfolg der "Chamisso-Tage" an, dass für 2010 über ein "polyzentrisches Literaturhaus in der Metropole Ruhr" nachgedacht würde. Grosse-Brockhoff sprach sich ebenso wie Langemeyer für eine Stärkung des Ruhrgebiets in seiner kulturellen und sprachlichen Vielfalt aus: "Davon werden viele positive wirtschaftliche und soziale Entwicklungen abhängen", so Grosse-Brockhoff.
Weinrich gab eine kurze, unterhaltsame Übersicht über die Entstehung des Preises seit dem Jahr 1979. Ein Satz des Historikers und Schriftstellers Dan Diner zeige besonders, welchen Wert ein solches Projekt für die Gesellschaft habe: "Die Minderheit kennt die Mehrheit besser, als die sich selbst."
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