EDG nimmt Mehrkosten für Fluthilfe auf die eigene Kappe
11.08.2008 | 19:17 Uhr 2008-08-11T19:17:35+0200Die Mehrkosten, die bei der Entsorgung Dortmund (EDG) durch den "Sondereinsatz Fluthilfe" aufgelaufen sind, betragen etwa eine halbe Million Euro.
Diese Zahl nannte gestern EDG-Sprecher Matthias Kienitz auf Anfrage der WAZ. Wälzt der städtische Entsorger die überplanmäßigen Kosten - sie entfallen zu etwa 60 Prozent auf das Personal (4900 Stunden Mehrarbeit) und zu etwa 40 Prozent auf Abtransport und Verbrennung von mehr als 1700 Tonnen Sperrmüll - auf die Steuer- oder die Gebührenzahler ab, wollten wir wissen. "Weder noch", stellte Kienitz klar. Weil es im weitesten Sinn um Verkehrssicherung gehe, werde man den überplanmäßigen Mehraufwand zwar im Gebührenbereich veranschlagen, aber durch zusätzliche Kosteneinsparungen wieder auffangen. "Wie hätte das wohl ein privater Entsorger gehandhabt?", fragt der EDG-Sprecher mit Blick auf die Privat-vor-Staat-Politik, die die schwarz-gelbe Landesregierung im Kommunalwirtschaftsrecht verankert hatte.
Bis letzten Mittwoch entsorgte die EDG vorzugsweise Möbel aus jenen Kellern, die beim Jahrhundert-Regen am 26. Juli geflutet worden waren - und zwar zum Nulltarif; alle anderen Sperrmüllaufträge (20 Euro) wurden zurückgestellt. Seit gestern läuft die Sperrmüllabfuhr wieder im Normalbetrieb. Auch bei der Leerung der Grauen Restmülltonnen droht den Müllwerkern keine weitere Sechstagewoche mehr.
"Die Dortmunder wissen, dass sie sich auf uns verlassen können", zollt der EDG-Sprecher vor allem seinen Leuten Respekt, die als "Botschafter" vor Ort unbürokratische Hilfe geleistet hätten und trotz der enormen Arbeitsbelastung, wie viele Reaktionen zeigten, stets freundlich und hilfsbereit blieben. "Unsere Jungs haben bewiesen: Wir fackeln nicht lange - wir machen", geht Kienitz davon aus, dass die EDG weiter an Anerkennung gewonnen hat.
18:42
Tja, wäre die EDG privatisiert worden wie CDU und FDP das wollen, wäre man nicht so kulant!
14:05
Viele vom Hochwasser wenig oder auch garnicht Geschädigte , nutzten die Möglichkeit kostenlos den Krempel aus den Kellern zu entrümpeln.
Die bedanken sich noch nichtmal !
++ Ende Satire ++
11:36
Der Einsatz der EDG, der Feuerwehr und des THW verdient uneingeschränkt Lob und Anerkennung.
Wenn die entstandenen Kosten nun auch noch vom Unternehmen EDG - letztlich aber ja von der Allgemeinheit - getragen werden, ist das angesichts der Kostenhöhe nicht nur eine noble Geste sondern für viele Geschädigte auch eine echte Hilfe.
An dieser Verfahrensweise hätte sich die Stadtverwaltung auch orientieren sollen. Stattdessen setzte die aber offenbar auf buisiness as usual, Aussitzen und Vertuschen.
21:03
Kann mir nur nochmals anschliessen und den Mitarbeitern der EDG höchstes Lob und Respekt aussprechen! Ich habe noch nie soviel EDG-Fahrzeuge fast im Stundentakt - und das über eine Woche lang - in unserer Straße gesehen;-)
Schöner Beweis dafür, dass trotz aller Bürokratie noch was geht, wenn Not am Mann/an der Frau ist.
Dass sich im Zuge der Katastrophe viele Kleinkriminelle meistens nachts, aber auch am Tage durch die betroffenen Orte schlichen, die man aus Hinterhöfen, Gärten und Einfahrten vertreiben musste, damit sie nicht *alles* zockten, was nach Verwertbar aussah, ist leider die Kehrseite der Medaille.