Eckenga mit Literaturpreis Ruhr geadelt

Nicht nur schriftlich, auch mündlich ein Erlebnis: Fritz Eckenga.  Foto: Kerstin Bögeholz
Nicht nur schriftlich, auch mündlich ein Erlebnis: Fritz Eckenga. Foto: Kerstin Bögeholz
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Was wir bereits wissen
Der Dortmunder Kabarettist und Autor Fritz Eckenga wird den Literaturpreis Ruhr für sein literarisch-satirisches Gesamtwerk erhalten. Er hat sich nicht nur um humorvolle Erzählungen und zeitkritische Betrachtungen verdient gemacht, sondern auch um komische Gedichte.

Essen.. Und der Literaturpreis Ruhr 2011 geht an: Fritz Eckenga. Hätte man ihm schon früher verleihen können, oder? Schließlich gibt es die Auszeichnung seit 25 Jahren. Damals hatte Eckenga als Bademeister Teddy im Rocktheater N8chtschicht einige Bekanntheit erworben. Natürlich lassen sich mit Sätzen wie „Geh’ mit die Pommes vom Beckenrand!“ äußerst selten Literaturpreise gewinnen. Wohl aber mit kabarettistischen Texten, Zeitkritik und mit dem oftmals vernachlässigten Genre des komischen Gedichts, um das sich Eckenga seit Jahren verdient macht. Der Autor, der für Zeitungen, Magazine und Radiosendungen schreibt, sieht seine Texte sehr nüchtern: „Das ist sicher keine Blockbuster-Literatur. Aber ich freue mich, dass sie durch den Preis mehr Leser erreichen wird.“

Sensibles Spiel mit sprachlichen Nuancen

Eckengas Themenfelder erstrecken sich von Sport und Politik über Zweierbeziehungen bis hin zur Gesellschaftskritik und lassen selten eine Pointe vermissen. So konnte er sich auch dank seiner Stilvielfalt gegen 40 andere Vorschläge durchsetzen, über die die sechsköpfige Jury zu entscheiden hatte. „Virtuos und sensibel spielt er mit den sprachlichen Nuancen der Ruhrgebietssprache, ohne aufdringlich Stereotype zu reproduzieren und das Comedy-Fach zu bedienen“, hieß es. Der Hauptpreis wird für das literarisch-satirische Gesamtwerk vergeben und ist mit 10 000 Euro dotiert.

Förderpreis für „Keine Kohle“

Auch die Träger der Förderpreise wurden gestern vorgestellt. Der aus Witten stammende Florian Szigat und die Düsseldorferin Christina J. Leicht hatten Geschichten zum Thema „Keine Kohle“ eingereicht, wofür sie nun je 2555 Euro erhalten. Erstaunlich: Beide Kurzgeschichten spielen in der Zukunft. So erzählt Leicht von einer Bootsfahrt auf dem Ruhrsee. Schnell begreift der Leser, dass auf dem Grunde das versunkene Ruhrgebiet liegt.

Szigat erzählt in Science-Fiction-Manier von einer Pandemie, deren Gegenmittel aus dem Ruhrgebiet stammt und aus Steinkohle besteht.

  • Der Literaturpreis wird vom Regionalverband und dem Literaturbüro Ruhr ausgelobt. Öffentliche Preisverleihung: 11.11., 19.30 Uhr im Schloss Borbeck, Schlossstr. 101, Essen