ECE-Einkaufscenter auf Thier soll abspecken
11.01.2008 | 21:40 Uhr 2008-01-11T21:40:55+0100Sollte man im Hause des Hamburger Investors ECE darauf gebaut haben, das Einkaufszentrum auf Thier ohne größere Hindernisse durch die politischen Gremien schleusen zu können - ein Irrtum. ...
... Die Grünen positionieren sich deutlich gegen die 38 000 qm große Einkaufsgalerie. Und das in mehrfacher Hinsicht. Wobei die Frontleute Mario Krüger und Ingrid Reuter sich nicht nur an der Überbauung der Silberstraße stoßen. Und dafür plädieren, die Route als Verbindung zum Wall offen zu halten. Noch mehr stoßen sich die Grünen-Spitzen an der Qualität der 160 Läden und fürchten Konsequenzen für Osten- und Westenhellweg. 38 000 qm (inklusive der 5000 qm des früheren Berlet-Hauses) seien deutlich überdimensioniert. Da schließen sich die Grünen den Bedenken des Konsultationskreises Einzelhandel an. Allenfalls nachdenkenswert seien 20 000 qm.
Ein Center nach ECE-Ausmaßen werde negative Folgen für den Boulevard Kampstraße und die Laufmeile Osten- und Westenhellweg haben. Schon deshalb, weil ECE mehr als die Hälfte seiner Einkaufsgalerie mit Bekleidungsläden füllen wolle (20 000 qm) - die aber seien in der City reichlich vorhanden. Folge: Umsätze verschöben sich ins Center, während es an der Laufmeile bröckelt.
Was die Grünen ebenfalls wundert, sind die Ergebnisse des von Dr. Hesse & Partner erstellten Gutachtens. Angeblich soll die Einkaufsgalerie mehr Strahlkraft aufs Umland entfachen als das 36 000 qm große, inzwischen havarierte Bahnhofsprojekt 3do, für das im Gegensatz zum ECE-Einkaufspalast sogar noch Freizeitflächen als Frequenzbringer geplant waren. Wie Dr. Hesse vorrechnet, kämen 56,2 % der Kunden aus einem Umkreis von 35 km - aus Dortmund hingegen 43,8 %. Da schneidet sogar noch 3do schlechter ab: 40 % kämen aus dem Umland, hieß es damals. Für ebenso fragwürdig halten die Grünen die Annahme, 70 % der Kunden marschierten erst ins Center und anschließend über Westen- und Ostenhellweg. "Unrealistisch", winkt Krüger ab. Weitere Frage: Was passiert am Bahnhof? Noch immer hat die Bahn ihrer Option für 36 000 qm Handel nicht abgeschworen - die Gutachterin berücksichtigt am Bahnhof noch 6600 qm Einzelhandel. Alles in allem, so die Grünen, müsse sich ECE spürbar bewegen. Falls nicht, droht die rote Karte.
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