Dynamit soll Versicherungsbau drehend stürzen
06.02.2008 | 21:07 Uhr 2008-02-06T21:07:51+0100Der Ablauf der Sprengung des Volkswohlbund-Hochhauses am Südwall ist auf die 100-stel Sekunde geplant. ...
... Wegen der engen Platzverhältnisse soll die Sprengung "diagonal durch das Gebäude" verlaufen - damit der Turm sich beim Zusammensturz "ineinanderfaltet" - und in den Innenhof hineingedrängt wird. Stichtag für die Sprengung ist der 17. Februar. Zwischen 12 und 13 Uhr soll der Büroturm in sich zusammenstürzen. Wenn denn alle Bewohner im näheren Umkreis rechtzeitig ihre Wohnungen verlassen haben. Geplant ist die Evakuierung der Sperrzone (auf der Grafik rot) für 8 bis 10 Uhr. Straßensperren (gelber Bereich) gelten bereits ab 6 Uhr; ab Samstag, 16. Februar, um 20 Uhr heißt es: absolutes Halteverbot in diesen Straßen.
Die betroffenen Anlieger, so Stephan Tocholski von der Versicherung, seien über den genauen Ablauf aufgeklärt worden. Rund 500 Menschen aus den Wohnhäusern wird angeboten, sich am Sprengtag mit Bussen in das Stadtgymnasium als Evakuierungslager bringen zu lassen. Für Pkw steht das Parkhaus an der Hohen Straße zur Verfügung.
Bis 10 Uhr die Wohnungen räumen
"Die Bewohner haben das alles sehr gelassen aufgenommen, und wir haben auch Vorsorge für die Menschen getroffen, die im Rollstuhl sitzen oder bettlägrig sind", so Tocholski.
Ab 10 Uhr beginnen Ordnungskräfte die betroffenen Wohnhäuser an Beurhaus-, Hohe Straße, Poststraße, Hiltropwall, Hansa-, Chemnitzer Straße, Hakenstraße, Südwall, Elisabethstraße und Südrandweg zu kontrollieren. Wer in den Wohnungen bleibe, genieße keinen Versicherungsschutz - falls etwas passiere. Nicht entfernte Pkw werden zu dem Zeitpunkt abgeschleppt. In großräumigem Radius werden Sicherheitszäune verhindern, dass Schaulustige näher an das Geschehen herankommen.
Auch der U-Bahnverkehr wird am 17. Februar für einige Stunden ruhen, da der Tunnel diagonal unter der Gebäudeecke am Südwall herführt.
"Das ist bundesweit erstmalig, dass ein Gebäude gesprengt wird, das über einer Verkehrstrasse steht", sagt Martin Hopfe von der beauftragten Thüringer Sprenggesellschaft. Das Bürohaus habe drei Kellergeschosse und darunter eine 1,50 m dicke Bodenplatte. "Und die ist konstruktiv mit dem Stadtbahntunnel verbunden", so Dr. Manfred Kühne von der in die Abriss- und Sprengarbeiten involvierten Firma Geo-Experts. "Schon ein bisschen einmalig. Beim Bau in den 70er Jahren ist der spätere U-Bahn-Bau berücksichtigt worden." Später sei der Tunnel bergmännisch unter der Hausbodenplatte hindurch getrieben worden.
Sprengexperte Hopfe sieht zwar die Herausforderung durch die enge Bebauung, ist aber optimistisch, den 61 m hohen Turm nach Planung kollabieren zu lassen. "Wir werden ihn mit der ersten Sprengung ankippen, bevor die weiteren diagonal versetzt folgen." So solle sich das Bauwerk in sich verdreht in den Innenhof stürzen. "Wir versuchen, schadenfrei zu arbeiten", sagt er gelassen.
Wenn es so klappt, können die Anlieger ab 14 Uhr in ihre Wohnungen zurück.
12:18
Und wo ist die im Artikel erwähnte Grafik??? Wieso wird in den online gestellten Artikeln immer das Wichtigste weg gelassen, das im Blatt abgedruckt war?
18:43
Die Sprengung wird live im WDR-Fernsehen übertragen.