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Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München

06.11.2015 | 13:10 Uhr
Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München
Kokain-Hochburg Dortmund? Polizisten präsentieren sichergestelltes Rauschgift.Foto: dpa

Dortmund.  Schweizer Wissenschaftler haben das Abwasser europäischer Städte auf Kokain-Rückstände untersucht - und überraschende Befunde für Dortmund gefunden.

Dass es in einigen Vierteln Dortmunds ein Drogenproblem gibt, ist nicht erst seit dem letzten Tatort bekannt. Aber ausgerechnet die Luxusdroge Kokain? "Dortmund ist Deutschlands Koks-Hauptstadt", titelt die "Bild". Ist das wirklich so?

Auslöser ist eine Studie des Schweizer EAWAG-Instituts. Die Wissenschaftler haben Abwasser in zahlreichen europäischen Städten auf Kokain-Rückstände untersucht. Genauer: auf Bezoylecgonin. Das ist der Stoff, der nach dem Kokain-Konsum über den Urin ausgeschieden wird.

Das Ergebnis: Im Dortmunder Abwasser fanden die Wissenschaftler 243 Milligramm Bezoylecgonin pro Tag und tausend Einwohner, deutlich mehr als in Berlin (191 mg) oder München (79). Und auch mehr als in Dresden und Dülmen. Das reichte für die nationale "Meisterschaft", denn mehr deutsche Städte waren in der Untersuchung nicht vertreten.

Kein repräsentatives Ergebnis

"Zweifelhaft" nennt Christoph Ort Schweizer EAWAG-Institut deshalb die Interpretation. Die Städte seien nicht gezielt ausgewählt worden. Es sei sehr schwer gewesen, überhaupt deutsche Städte zu finden, die an der Untersuchung teilnehmen wollten. Repräsentativ sei das Ergebnis deshalb nicht.

Dass in Dortmund offenbar mehr gekokst wird als in Berlin oder München, überrascht dennoch. Eine Erklärung dafür gibt es bislang nicht. Laut Dortmunder Polizei ist Kokain kein besonders großes Thema in Dortmund, auch Drogenberatungsstellen können das nicht nachvollziehen.

Durchschnitt im europäischen Vergleich

Im europäischen Vergleich liegt Dortmund laut Christoph Ort ziemlich genau im Durchschnitt, mit großem Abstand zu den Spitzenplätzen. Die belegen London, Amsterdam mit über 700 Milligramm. Antwerpen und Zürich kommen immerhin noch auf über 600 Milligramm.

Ob Deutscher Meister oder nicht: Von der Champions League der Kokser ist Dortmund weit entfernt. Irgendwie beruhigend. (dor)

Kommentare
06.11.2015
14:35
Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München
von WieImmerGewusst59 | #3

Ist doch wohl so klar wie klare Klossbrühe, oder einen anderen Stoff! Liegt an der Bevölkerungsstruktur!

3 Antworten
@WieImmerGewusst?
von MrVisconti | #3-1

Dann starten Sie doch einen Versuch. Andere haben es auch geschafft!

Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München
von Arielle1989 | #3-2

@WieImmerGewusst59
Genau, der Entzug ist jederzeit möglich. Nehmen Sie sich ein Beispiel an MrVisconti.

Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München
von MrVisconti | #3-3

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Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München
Drogen-Studie: In Dortmund wird mehr gekokst als in München
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/drogen-studie-in-dortmund-wird-mehr-gekokst-als-in-muenchen-id11258886.html
2015-11-06 13:10
Drogen, Kokain, Studie, Abwasser
Dortmund