Drogen-Prozess: "Opa" gesteht kiloschweren Heroin-Schmuggel

Alle in der Bande nannten ihn liebevoll Opa. Doch heute dürfte der Clan überhaupt nicht mehr gut auf den 61-jährigen Rentner zu sprechen sein. Im Herbst wurde der Mann nach drei kiloschweren Heroin-Transporten festgenommen. Seitdem gilt er als wichtigster Informant der Polizei.

Dortmund.. Als der Angeklagte am Dienstag in Saal 24 des Landgerichts geführt wurde, saßen bereits sechs Polizisten im Zuschauerbereich. Ihre Aufgabe ist es, den 61-Jährigen vor möglichen Racheaktionen zu beschützen. Aus diesem Grund wurde auch nicht bekannt gegeben, in welchem Gefängnis der Angeklagte zurzeit seine Untersuchungshaft verbüßt.

Seine Rolle als "Kronzeuge" erfüllte der Angeklagte auch zu Prozessbeginn. Nicht nur, dass er Kurierfahrten mit rund sieben Kilo Heroin zugab. Darüber hinaus verschaffte er den Richtern auch wertvolle Einblicke in das Innenleben der Bande. "Das sind keine Gartenzwerge", sagte er über die libanesischen Hintermänner. "Das sind fünf Brüder, die halten zusammen wie Pech und Schwefel."

"Opa" im Gefängnis kennengelernt

Einen der mutmaßlichen Banden-Chefs will "Opa" während eines früheren Gefängnisaufenthalts kennengelernt haben. Als man sich schließlich auf dem Nordmarkt wieder gesehen habe, sei schnell klar gewesen, dass man gemeinsame Sache machen würde. "Die haben mich immer wie einen Bruder behandelt", sagte der Angeklagte. "Ich konnte mich voll auf sie verlassen."