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"Dritte-Welt-PC" für die Nordstadt

14.10.2008 | 19:04 Uhr

"Dritte-Welt-Computer" für die Nordstadt? Was nach einem diskriminierenden Vorschlag klingt, ist eine faszinierende Idee. Denn dahinter verbirgt sich die Dortmunder Projektgruppe "KidKom". ...

Ein preiswerter Mini-PC für Kinder von der Größe einer Frühstücks-Box: Initiator Hans-Frieder Hirsch möchte den netzwerkfähigen PC auch in heimischen Grundschulen etablieren. Der Startschuss soll in der Nordstadt fallen. (Foto: Knut Vahlensieck)

... Sie möchte jedem Kind einen Mini-Computer zukommen lassen. "OLPC" steht für die gemeinnützige Initiative "One Laptop Per Child" (Ein tragbarer Computer pro Kind). Die Initiative "KidKom" wird vom Wissenschaftsladen und dem Chaostreff Dortmund getragen. Am Samstag wollen sie auf dem Nordmarkt vier der ursprünglich nur für den Gebrauch in der dritten Welt konzipierten, robusten Mini-Laptops präsentieren.

Dem "OLPC" liegt ein festes pädagogisches Konzept zugrunde, an dem sich die technische Ausstattung des Gerätes orientiert. Zielgruppe sind Kinder - vom Vorschulalter bis zur sechsten Klasse. "Wir wollen Kinder befähigen, Technik sinnvoll und schöpferisch in ihren Alltag zu integrieren. Hierbei ist die Technik kein Selbstzweck, sondern Werkzeug und Mittel zur schöpferischen Problembearbeitung", betont Initiator Hans-Frieder Hirsch. Großen Wert legen die Dortmunder deshalb darauf, selbstständig - kreative Tätigkeiten am Computer zu fördern, um Kindern dadurch eine Möglichkeit zu bieten, sich selbst in vielfältiger Form auszudrücken. Das Besondere: Die Mini-PC sind netzwerkfähig. Die Kinder können untereinander kommunizieren. Das funktioniert selbst ohne eigenen Internetanschluss, weil die möglichst zahlreichen Mini-Rechner ihr eigenes Netzwerk bilden können. Für Schulen gibt es Server, auf denen Lernmaterialien bereitgestellt werden können.

Sämtliche Software für den OLPC ist frei verfügbar, "kinderleicht" installiert und ermöglicht neben dem Internet das Erstellen von eigenen Programmen, die Bearbeitung von Fotos, Texten und Bildern, um nur einen kleinen Teil des riesigen "Mini-Kosmos des Lernens" zu nennen.

Durch eigens für den OLPC entwickelte Netzwerktechniken kann man mit mehreren dieser Laptops gleichzeitig an einem Projekt arbeiten. Denn eines ist klar: Grundvoraussetzung für das Lernen ist Kommunikation und Interaktion, und der OLPC versteht sich hier als Medium.

Von Alexander Völkel



Kommentare
16.10.2008
14:02
Dritte-Welt-PC für die Nordstadt
von Thomas Römer | #1

Danke Frieder fuer deine super Arbeit!

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