Dreiste Gaffer filmen nach Unfall trotz Mahnung der Polizei weiter

Die Polizei Dortmund zeigte Gaffer auf der A1 an.
Die Polizei Dortmund zeigte Gaffer auf der A1 an.
Foto: Getty Images / DPA
Was wir bereits wissen
Gaffer filmten nach einem Lkw-Unfall auf der A1 die Bergung der beiden Laster. Die Polizei spricht von "unverantwortlichem Verhalten" und schrieb 14 Anzeigen.

Dortmund.. Von "unverantwortlichem Verhalten" spricht die Polizei Dortmund nach einem Lkw-Unfall, der sich am Mittwoch auf der A1 zwischen den Anschlussstellen Hamm/Bergkamen und Hamm-Bockum/Werne in Richtung Bremen ereignete.

Schaulustige Die Kritik richtet sich an Gaffer, die während der Bergung der beiden Lkw von der Gegenfahrbahn (Richtung Köln) aus mit ihren Smartphones gefilmt hatten. Selbst als die Beamten diese Autofahrer ansprachen, filmten sie weiter, berichtet die Polizei.

Die Folge: Zwölf Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen gegen Lkw-Fahrer und zwei Anzeigen gegen Autofahrer. Laut Polizei bedeutet das unter anderem ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Die Autobahnpolizei des Polizeipräsidiums Dortmund ist entschlossen, auch weiterhin gegen Gaffer vorzugehen: "Diese Fahrzeugführer gefährden nicht nur sich selber, sondern vor allem andere Verkehrsteilnehmer."

Silo-Zug mit Zement kippte auf A1 um / Fahrer aus Meschede

Gegen 11.50 Uhr war es am Mittwoch auf der A1 zu dem Unfall gekommen. Ein 60-jähriger Mann aus Meschede fuhr mit seinem mit Zement beladenen Silo-Zug aus bislang ungeklärter Ursache auf ein Stauende auf. Er versuchte noch, dem vor ihm im Schritttempo fahrenden Lkw nach links auszuweichen. Das klappte jedoch nicht komplett.

Gaffer Seitlich prallte sein Laster auf den anderen Lkw. Dabei kam er ins Schleudern und kippte auf die Seite in die Mittelschutzplanke. Unter anderem das Führerhaus wurde komplett zerstört - bis auf den Fahrersitz. Der 60-Jährige wurde jedoch nicht verletzt. Auch der mit Stahl beladene vorausfahrende Lkw wurde stark beschädigt. Sein Fahrer, ein 37-jähriger Mann aus Cloppenburg, zog sich ebenfalls keine Verletzungen zu.

Durch geöffnete Seitenfenster gefilmt

Am Nachmittag zwischen 16 und 17 Uhr sicherten Beamte der Autobahnpolizei auf der Gegenseite, in Fahrtrichtung Köln, Spuren. Grund dafür war ein Unfall am Vortag. Zwei Fahrstreifen wurden deswegen vorübergehend gesperrt.

Schaulustige Die Polizisten, die zu diesem Zeitpunkt in Fahrtrichtung Bremen die beiden Laster bargen, sahen nun besagte Gaffer, die in Höhe der Unfallstelle abbremsten, um, wie die Polizei berichtet, durch die geöffneten Seitenfenster mit ihren Smartphones zu filmen.

Die Bergungsarbeiten gingen bis in die späten Abendstunden. Es kam zu langen Staus. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf insgesamt mindestens circa 140.000 Euro, so die Polizei. (we)