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Dramatische Rettung aus Eiswasser

26.01.2013 | 00:27 Uhr

Dramatische Minuten im Fredenbaum: Ein Spaziergänger ist im Eis eingebrochen. Wild mit seinen Armen rudernd schreit er verzweifelt um Hilfe. Im eisigen Wasser kämpft er um sein Leben, wird von Minute zu Minute kraftloser. „Sie dürfen dem Eingebrochenen auf keinen Fall die Hand geben“, warnt Wachabteilungsleiter Jörg Grosser bei dieser Übung der Spezialeinheit Wasserrettung im Fredenbaum. Mit einem Ast oder einem Schal sollte man es versuchen. „Durch die extreme Kälte verkrampfen sich die Muskeln des Ertrinkenden und er kann Sie, selbst wenn er wollte, nicht mehr loslassen und zieht Sie mit ins Eiswasser“, erklärt der Feuerwehrmann.

Blicke man aufs Eis, so schätzt man die Dicke häufig falsch ein. Sieht alles sicher aus, so kann die Fläche schnell nachgeben - wie etwa vor zwei Jahren, als in Eving zwei Kinder ins Eis eingebrochen sind. „Beide überlebten zum Glück“, so Grosser. Er könne nur eindringlich davor warnen, sich aufs Eis zu begeben. Im Notfall komme es auf Minuten an. Und deshalb zieht ein Feuerwehrmann schon auf der Anfahrt zum Einsatzort einen vor der Kälte schützenden Wärmeschutzanzug an, der sonst auf Ölplattformen genutzt werde. Dieser ist auf allen Löschfahrzeugen vorhanden.

Vorsichtig robbt sich der Feuerwehrmann zu dem Eingebrochenen vor, auf allen Vieren, zieht sich mit einem Eispickel langsam nach vorne. „Wenn noch keine Feuerwehr da ist und man helfen will, dann sollte man nicht aufrecht übers Eis gehen, sondern auf allen Vieren, um eine möglichst große Fläche aufs Eis zu bringen, oder falls man eine Leiter zu Hand hat, sollte man es auf der liegend versuchen“, erläutert Grosser. Und man sollte sich sichern lassen - im Notfall durch eine Menschenkette.

Derweil hat der Feuerwehrmann den „Eingebrochenen“ erreicht und zieht ihn aus dem Wasser. Alle Versuche, sich selbst zu retten, schlugen fehl, denn immer, wenn er es fast geschafft hatte, brach das Eis wieder ein. „Da hilft es manchmal, wenn man erst die Füße hinten aufs Eis legt und sich dann aus dem Wasser hebelt, wenn es ein kleines Loch ist“, rät Jörg Grosser.

Ein Mensch könne je nach Alter, Zustand und körperlicher Konstitution zwischen 10 und 15 Minuten im eisigen Wasser aushalten. „Auch wenn man Todesängste hat“, so Grosser. In den Minuten 15 bis 20 sinke die Körperkerntemperatur auf 33 Grad ab. Das Muskelzittern höre auf. Der Mensch verkrampfte sich, Bewusstseinseintrübungen treten ein. Er drohe zu ertrinken. Das Problem: Medikamente wirken bei einer Körpertemperatur von 33 Grad nicht. So werde der Patient auch in der Klinik langsam aufgewärmt.

Andreas Winkelsträter



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Kommentare
Kommentare
26.01.2013
16:43
Dramatische Rettung aus Eiswasser
von HerrderFliegen | #1

Beim letzten Stadtfeuerwehrtag zeigte uns ein Feuerwehrbeamter stolz diese auf jedem Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr untergebrachten Eis- und Wasserrettungsanzüge. Zur Spezialeinheit äusserte er sich eher realistisch - die bräuchten von Eving/Lindenhorst bis zum Phoenixsee ca 15 und zum Hengsteysee bis zu 30 Minuten. Bis dahin sind sie dort jämmerlich ersoffen oder erfroren. Die zuständigen Feuerwachen seien allerdings in der Regel in 8 Minuten vor Ort und können unter anderem mit den Spezialanzügen effektiv und schnell die Rettung durchführen.

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