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Drabig: "Wir verspüren Rückenwind"

09.03.2010 | 09:59 Uhr
Drabig: "Wir verspüren Rückenwind"

Dortmund. Dortmunds SPD-Chef Franz-Josef Drabig steht voll hinter der umstrittenen Forderung von SPD-Landeschefin Hannelore Kraft, wonach Langzeitarbeitslose freiwillig gemeinnützige Tätigkeiten übernehmen sollen. Zugleich verspürt er für die Landtagswahl am 9. Mai Rückenwind.

Der Vorstoß von Kraft sei kein Alleingang, sondern letzten Freitag im Landesvorstand der Partei abgestimmt worden, betonte Drabig auf WAZ-Nachfrage.

„Es ist doch eine Notwendigkeit darüber nachzudenken, wie man Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt heranführt”, untermauerte der Unterbezirksvorsitzende die Thesen seiner Landesvorsitzenden. Ziel müsse es sein, Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt schwer vermittelbar seien, so zu qualifizieren, dass sie wieder näher an den ersten Arbeitsmarkt heranrücken. Drabig verwies dabei auf ein Dortmunder Modellprojekt, das 2005 dem Rotstift ausgerechnet von Ex-OB und Drabig-Parteigenosse Gerhard Langemeyer zum Opfer gefallen war: die Dortmunder Dienste. „Damit haben wir bewiesen, wie so etwas funktionieren kann”, so der Unterbezirksvorsitzende.

Dortmunds SPD-Unterbezirksvorsitzender Franz-Josef Drabig.

Die Diskussion über die Kosten des Sozialstaats hält Drabig im Übrigen für unabdingbar - „aber nicht so, wie Herr Westerwelle es macht.” Der FDP-Chef argumentiere von der falschen Richtung aus, er wolle Arbeitskraft schlichtweg flexibler und billiger machen. Drabig hält dagegen: „Man darf Arbeitslose nicht nur verwalten, man muss sie qualifizieren.” Zum strittigen Thema der Mindestlöhne sagte der SPD-Chef: „Ich bin im Prinzip gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. Wenn es den Tarifparteien aber nicht gelingt, Lohnstandards auszuhandeln, muss man darüber nachdenken, ob eine Lohnuntergrenze für eine bestimmte Zeit möglich ist.”

Gute Chancen dank guter Umfragen

Für vielversprechend hält der Vorsitzende des größten SPD-Unterbezirks die Aussichten seiner Partei bei der Landtagswahl am 9. Mai. „Die Umfragen sind ja gut”, so sein lakonischer Kommentar zu den jüngsten Stimmungstests, die Amtsinhaber Jürgen Rüttgers (CDU) und SPD-Herausforderin Kraft überraschend nahezu auf Augenhöhe sehen. Dass die SPD den Machtwechsel in Düsseldorf nicht ohne Partner hinbekommt, darüber macht sich Drabig keine Illusionen. Anders als auf kommunaler Ebene gibt Drabig den Linken im Land aber einen Korb: „Die NRW-Linke ist nicht regierungsfähig. Punkt.” Auch den Grünen kommt Dortmunds SPD-Boss nicht gerade schmeichelhaft: „Wer Rot-Grün will, muss Rot wählen.” Bei den Grünen wisse man nicht, ob sie nicht doch zur CDU gehen. Ein Sieg von Ullrich Sierau bei der zeitgleich mit der Landtagswahl stattfindenden OB-Wiederholungswahl in Dortmund ist für Drabig selbstredend ausgemachte Sache: „Wir verspüren wieder Rückenwind.”

Gegenwind sieht Drabig dagegen auf die städtischen Finanzen zukommen. „Machen wir uns nichts vor: Die Lage der kommunalen Haushalte wird ja nicht besser.” Die Dramatik in der Nachbarstadt Essen - dort kündigte die SPD-geführte Stadtpolitik drakonische Sparmaßnahmen durch alle Bereiche an - sieht Drabig als Vorbote: „Essen ist fix und foxi und steht mit dem Rücken zur Wand. Uns geht es besser. Aber wir müssen aufpassen, dass Dortmund in fünf Jahren nicht genau so dasteht, wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern.” Jeder Posten im Haushalt müsse folglich auf den Prüfstand - auch der Flughafen. Drabig: „Wir brauchen keine neuen Gutachten mehr, sondern verbindliche Absichtserklärungen der Fluggesellschaften, ob sie im Falle eines Ausbaus in Wickede zu Investitionen bereit sind. Ich erwarte vom Flughafen belastbare Zahlen.”

Michael Kohlstadt

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Kommentare
11.03.2010
17:01
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von zetunde | #21

...wenn man das hier oben alles so zuliest, dann beugt man ehrfürchtig seinen Rücken vor so viel Fachkompetenz, man traut sich nicht etwas zu schreiben: Was soll eigentlich diese Rumeierei, da treibt der Westerwelle eine Sau durch das Dorf, bevor er mit seinem Schmusebär auf Kosten der Steuerzahler Fernreisen antritt, sich mit stoppelbärtigen Revolutzern schmückt, ich sach ja, der Westerwelle, der hat was und was machen die anderen Parteien, wir sind ja vor der Wahl in NRW, die Schwarzen fliegen auf, weil sie sich so toll finden, dass sie für ein Auftreten in der Öffentlichkeit viel Geld verlangen, ich habe ja schon immer gesagt, der Rüttgers ist eigentlich mehr ein Popstar, und was macht die Fürstin NRW, die ***********, hoffentlich nicht die gleichen Fehler wie die Ypsilanti, aber alle wollen doch nur eins, das sage ich dazu, sie wollen die Wahl gewinnen und genau da seid ihr Schlauköpfe alle gefordert, halleluja,

ach ja, ich kenne auch noch einen Spruch:
Wenn der Fuchs beginnt zu predigen, dann achte auf Deine Hühner.

10.03.2010
08:34
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von RB | #20

Endlich einmal eine klare Aussage!
Zitat:
Dortmunds SPD-Chef Franz-Josef Drabig steht voll hinter der umstrittenen Forderung von SPD-Landeschefin Hannelore Kraft, wonach Langzeitarbeitslose freiwillig gemeinnützige Tätigkeiten übernehmen sollen.

Hmm..., wat denn nu? freiwillig oder sollen.
Klare Sprache der SPD eben; jeder weiß Bescheid. Gute Nacht.

10.03.2010
07:57
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von heinz16 | #19

Natürlich verspürt die SPD Rückenwind. Bundesweit, wie beispielsweise jüngste Direktwahlen von Bürgermeistern belegen. Und das ist auch ganz normal. Mit dem Ausscheiden aus der Bundesregierung wird die SPD in den Rathäusern, Kommunen, Kreisen und Ländern als einzige echte Alternative wahrgenommen und auch gewählt. Das wird bei den anstehenden NRW-Wahlen nicht anders sein.

10.03.2010
07:09
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von benlisa33 | #18

wenn man am abgrund steht kann rückenwind tödlich sein....

10.03.2010
07:07
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von benlisa33 | #17

unglaublich diese dämlichkeit, glaubt die spd ernsthaft mit dieser konservativen politk erfolgreich zu sein ?
dann sollte sie zum arzt gehn....

09.03.2010
19:09
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von faxi | #16

wie wahr Robin.

aber die SPD reitet nun mal gerne tote Pferde, ist ja selber eins.

09.03.2010
18:35
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.03.2010
18:35
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von Robin Grützmacher | #14

Weisheit der Dakota-Indianer:
Wenn du merkst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab ...

09.03.2010
18:26
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von reika | #13

Drabig zum Flughafen


Anfangs vernünftig:

Flughafen auf den Prüfstand. und Brauchen keine neuen Gutachten.
Wer will da widersprechen.


Dann traumtänzerisch

Brauchen verbindliche Absichtserklärungen der Fluggesellschaften.
Absichtserklärungen werden Sie kriegen, zu Hauf. Die sind dann aber unverbindlich.
Verbindlich sind nur Verträge. Die wird keine Airline abschließen.


Am Ende wunderlich

Ich erwarte vom Flughafen belastbare Zahlen.
Belastbare Zahlen gibt es längst:
20 Millionen Minus pro Jahr, Tendenz steigend
1,2 Milliarden Wertverlust bei Immobilien durch Verlärmung von Do-Süd

09.03.2010
17:59
Drabig: Wir verspüren Rückenwind
von rkw | #12

Verbindliche Zusagen von Low Cost Airlines wird es definitiv nicht geben, denn soetwas gibt der Markt nicht her. Trotzdem klebt die SPD am Ausbau. Der heutige Beitrag wird morgen unter dem Motto was interessiert mich mein Geschwätz von gestern erscheinen. Das kennen wir von Drabig und Prüsse speziell zum Thema Flughafen zur Genüge.

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