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RWE-Aktien

Dortmunds Stadtwerke DSW21 stocken auf 22,5 Mio. RWE-Aktien auf

09.01.2012 | 06:02 Uhr
Dortmunds Stadtwerke DSW21 stocken auf 22,5 Mio. RWE-Aktien auf
Der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Jürgen Großmann braucht dringend frisches Geld - zum Schuldenabbau. Die Kapitalerhöhung brachte über zwei Milliarden Euro.Foto: Foto: Volker Hartmann/dapd

Dortmund.   Es sei kein Übermut. Es sei Kalkül. Es sei ökonomisch nur sinnvoll, dass die Dortmunder Stadtwerke ihren Bestand an RWE-Aktien aufstockten. Das unterstreicht Jörg Jacoby, Finanz-Direktor der DSW21, auf WAZ-Anfrage, nachdem die Dortmunder ihren Bestand an RWE-Aktien auf eine neue Rekordhöhe schraubten. Über 22,5 Mio Aktien des Energieversorgers werden nun gehalten.

Neuer Rekordanteil an RWE-Aktien bei den Dortmunder Stadtwerken DSW21: 22,5 Millionen Aktien bedeuten gute 200.000 Aktien mehr als noch im Herbst 2011. Einen Teil dieser Aktien erhielten die DSW quasi „geschenkt“.

Das „Geschenk“ machte eine Option möglich, die die RWE AG auch den kommunalen Altaktionären bei der jüngsten Kapitalerhöhung durch neue Aktien Ende 2011 einräumte. RWE gab 80,4 Mio neue Stammaktien aus. Altaktionäre wie die DSW konnten - zum Preis von 26 Euro je Aktie - neue Papiere erwerben. Da der aktuelle Börsenkurs der RWE-Aktie aber höher lag, konnte der Kauf neuer Papiere durch den Verkauf alter Papiere finanziert werden. Die alten Aktien wurden quasi zum neuen niedrigen Optionspreis zurückgekauft. Der Erlös aus Börsenkurs und Ausgabekurs der neuen Aktien diente zum Kauf zusätzlicher Aktien. Im Verbund der kommunalen Aktionäre bei der RWE AG wurden so rund 48.000 Aktien kostenneutral erworben - unter dem Arbeitstitel „Carte Blanche“. Auf Dortmund entfielen aus diesem Options-Paket, das zentral von der RW Holding, dem Pool der rheinischen kommunalen Anteilseigner der RWE, gepackt wurde, genau 14.835 Aktien.

Info

Erst der Verbund der Pools, im denen rheinische und westfälische Kommunen ihre RWE-Aktien bündeln, sorgt für das gewerbesteuerrechtliche Schachtelprivileg.

Die Dortmunder sind in der KEB Holding AG engagiert und dominant (rund 65 Prozent Anteil). Die RW Holding AG repräsentiert rheinische Kommunen. KEB und RW bündeln ihre Aktien in der RWEB GmbH & Co KG, die so über die notwendige 15 Prozent-Hürde für das Schachtelprivileg springt.

Nicht alle kommunalen Aktionäre sind in RW- bzw. KEB.-Holding organisiert. Verloren gegangen ist bei der Aktienerhöhung der Gesamtanteil aller Kommunen an der RWE AG, der jetzt unter die 25 Prozent-Marke gerutscht ist.

Aus Rücklage finanziert

Außerdem kaufte die KEB Holding KG, die Gesellschaft, die die RWE-Aktien für die westfälischen Kommunen - also auch für Dortmund und die DSW - verwaltet noch zusätzliche 300.000 neue RWE-Aktien zum Stückpreis von 26 Euro. Dortmund bzw. die DSW halten rund 65 Prozent Anteil an der KEB Holding KG, so dass sie über diesen Zukauf knapp 200.000 Aktien dazu kauften. Die 7,8 Mio Euro für den Kauf der 300.000 Aktien wurde ohne Kredite finanziert. Die KEB hatte vorgesorgt und konnte die 7,8 Mio Euro aus Rücklagen nehmen.

Der Zukauf hat einen guten und auch geldwerten Grund: Der kommunale Anteil an den Aktien der RWE AG drohte von 16,1 durch die neuen Aktien unter 15 Prozent zu sinken. Das hätte den Verlust des gewerbesteuerlichen Schachtelprivilegs bedeutet, der die Dividendenerträge steuerfrei stellt. Mit den Zukäufen habe man den Anteil bei 15,1 Prozent halten können, so Jacoby.

Klaus Buske

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Kommentare
09.01.2012
11:14
DSW und DEW als städtische Töchter haben also soviel Geld, das...
von eksom | #1

1.) die jährlichen 20 Mio. € an Verlusten der Flughafen GmbH anscheinend ohne Probleme immer getragen werden können! Auf wessen Kosten?

2.) immer mehr Aktien von der RWE gekauft werden können (denn geschenkt wird in diesem Land niemanden etwas!); Also, welche Politikerposten werden beim RWE wohl damit für immer abgesichert?

3.) sogar die Verluste des U-Turms mit über 10 Mio. € im Jahr die Stadt anscheinend auch ohne Probleme weiterhin finanzieren kann?

Aber eine berechtigte und gerechte Frage:
Warum wird dann der preiswertere VRR-Sozialticket mit jährlichen Kosten von nur ca. 1,0 Mio. € dann von der SPD und der CDU in Dortmund abgelehnt?

Antwort:
Politiker brauchen kein Sozialticket. Denn die bekommen ja immer mehr und vor allem genügend Geld um sich auch Luxuskarossen leisten zu können!

Das ist also eine sozial und christliche Politik der beiden Parteien SPD und CDU in Dortmund!?

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