Dortmunds Polizeipräsident plädiert für kontrollierte Abgabe von Heroin

Drogen-Kontrollen wie diese in der Stahlwerkstraße in Dortmund setzt die Polizei fort. Archivfoto: Peter Bandermann
Drogen-Kontrollen wie diese in der Stahlwerkstraße in Dortmund setzt die Polizei fort. Archivfoto: Peter Bandermann
Foto: Archivfoto: Peter Bandermann
Was wir bereits wissen
Polizeipräsident Gregor Lange fordert eine Diskussion über die Drogenpolitik in Dortmund: "Wir müssen darüber nachdenken, wie der Drogenmarkt in der Nordstadt seine Grundlagen verlieren kann." Damit spricht er die kontrollierte Abgabe von harten Drogen an Süchtige an.

Dortmund.. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange bringt eine kontrollierte Abgabe harter Drogen zur Diskussion. Schwerstabhängige benötigten 50 bis 100 Euro am Tag, um ihre Sucht zu finanzieren. Lange gibt zu bedenken, dass diese Konsumenten ihre Sucht nur über Beschaffungskriminalität finanzieren können; sie begehen Einbrüche, Diebstähle oder Überfälle. Süchtige Frauen prostituieren sich.

Rundgang durch Nordstadt

Die kontrollierte Abgabe von Drogen oder Ersatzstoffen könne im Ausland sitzenden "Geschäftsleuten" das lukrative Verkaufsmodell beeinträchtigen. "Ich beobachte innovative Modelle wie zurzeit in Berlin", sagte Lange am Mittwoch auf dem Nordmarkt nach einem über zwei Stunden dauernden Rundgang durch die Dortmunder Nordstadt mit Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und Nordstadt-Obmann Ubbo de Boer.

Für Gregor Lange steht fest: "Jeder, der in der Nordstadt Drogen kauft, unterstützt die Strukturen hier." Die Probleme in dem Bezirk würden also von "Kunden" aus anderen Stadtteilen mitverursacht, weil sie mit ihrer Nachfrage auch nach Kokain oder Cannabis einen Markt schaffen.