Dortmunds NPD-Chef bei Derby-Randale festgenommen

Die Polizei musste am Samstag beim Revierderby gegen gewaltbereite Fans  vorgehen.
Die Polizei musste am Samstag beim Revierderby gegen gewaltbereite Fans vorgehen.
Foto: Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Bei den schweren Ausschreitungen rund um das Revierderby in Dortmund am Samstag ist auch der Kreisvorsitzende der Dortmunder NPD, Matthias Wächter, festgenommen worden. Aus der Gruppe, in der sich der Ratsherr befand, sollen Bierbänke, Flaschen und Motorradhelme auf Schalker Ultras geworfen worden sein.

Dortmund.. Der Kreisvorsitzende der Dortmunder NPD und NPD-Ratsherr Matthias Wächter ist bei den schweren Ausschreitungen am Samstag zum Revierderby festgenommen worden. Das verlautete jetzt aus Polizeikreisen. Eine Gruppe von etwa 200 Randalierern hatte demnach in Höhe der Gaststätte "Flora" mit Bierbänken, Flaschen und Helmen auf eine vorbeiziehende Gruppe der Ultras Gelsenkirchen geworfen.

Unter den Randalierern befanden sich nach Polizeiangaben Angehörige der alten Dortmunder Hooliganszene, Zeugen sprechen von einer Beteiligung der rechtsradikalen Borussenfront.

BVB-Schalke Beim Derby am Samstag war es an mehreren Punkten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei waren acht Polizisten verletzt worden, etwa 200 Randalierer wurden festgenommen. Außer an der "Flora" gab es Randale von Dortmunder Ultras auf dem Stadionvorplatz. Die BVB-Fans attackierten Polizisten mit Pflastersteinen, Flaschen und Farbbeuteln. Gewaltbereite Schalker Ultras hatten sich zuvor im Kreuzviertel aufgehalten und randaliert. Eine große Gruppe von rund 600 Schalkern war von der Universität zu Fuß zum Stadion gegangen. Dafür gab es Kritik an der Polizei. Auch nach der Ankunft der Sonderzüge aus Gelsenkirchen kam es zu kurzen Ausschreitungen und einem Wasserwerfereinsatz.

Polizei fordert Konsequenzen nach Krawallen bei Revierderby

Nach den schweren Ausschreitungen am Rande des Revierderbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 fordert die Polizei die Politik zum Eingreifen auf. "Wenn die Politik nicht handelt, wird es genau so weitergehen", warnte der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in NRW, Arnold Plickert.

Auch für Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist die Zeit zum Handeln gekommen. "Die am Samstag gezeigte Form der Gewalt gegen Fans gegnerischer Mannschaften sowie auch gegen Polizeibeamte dürfen die Vereine und die Politik nicht länger hinnehmen. Geredet ist nun genug. Jetzt müssen Taten folgen", sagte Caffier bei "Sport Bild Plus". Das gelte auch für die Fußballverbände.

Weil bereits im Vorhinein mit Auseinandersetzungen gerechnet worden war, waren mehr als 1.000 Beamte zum Einsatz gekommen, etwa viermal so viele wie bei normalen Bundesliga-Spielen in Dortmund.

"Wir brauchen Fußball-Staatsanwälte"

Für Gewaltbereite müsse die Zeit der Runden Tische vorbei sein, sagte Plickert. Es gebe etwa 4.000 Hooligans und Ultras, die nicht mit der Polizei sprechen wollten. Gegen sie müssten nun andere Maßnahmen ergriffen werden. "Wir brauchen klare gesetzliche Regelungen, damit wir Bereichsbetretungsverbote und Meldeauflagen verhängen können", sagte Plickert.

Revierderby Zugleich forderte er gezielte Stadionverbote für erkannte Rechtsbrecher und Gewalttäter sowie spezielle Staatsanwälte. "Wir brauchen Fußball-Staatsanwälte, die das Geschäft tagtäglich und die gruppendynamischen Prozesse kennen."

Bei zahlreichen Festgenommenen hatten die Einsatzkräfte am Samstag ein ganzes Arsenal an Pyrotechnik wie Bengalos, Handfackeln und Rauchpulver sowie Pfefferspray, Quarzhandschuhe, Sturmhauben und Beißschienen gefunden. Für ihn sehe das so aus, "dass hier gezielt die Gewalt gesucht wurde", sagte Plickert. (dapd)