Dortmunds Grüne beenden Verhandlungen mit der SPD
17.11.2009 | 07:34 Uhr 2009-11-17T07:34:00+0100
Dortmund. Nach fünf Jahren ist das Projekt "Rot-Grün" im Dortmunder Stadtrat seit Montag Geschichte: Die Grünen wollen sich nicht zu weiteren Koalitionsverhandlungen mit der SPD treffen. Grünen-Fraktionschef Krüger wittert gar Geheimabsprachen zwischen SPD und CDU.
Aus der Traum von einer Neuauflage für Rot-Grün im Rat: Am Montagnachmittag erklärte die grüne Verhandlungskommission die sich seit zweieinhalb Monaten hinziehenden Koalitionsgespräche mit der SPD für gescheitert. Eine für den Nachmittag angesetzte Verhandlungsrunde wurde abgesagt, ebenso zwei weitere bereits vereinbarte Termin in dieser Woche.
Bereits am Mittwoch soll die Mitgliederversammlung die Entscheidung von Partei- und Fraktionspitze absegnen. Damit steht das rot-grüne Projekt im Dortmunder Rat nach fünf Jahren vor dem Aus.
"Befreiungsschlag" nach langem Hinhalten
Spürbar aufgewühlt, aber auch sichtlich befreit, traten die Doppelspitzen von Grünen-Fraktion und Kreisverband im Rathaus vor die Presse. „Der Entschluss ist uns schwer gefallen”, eröffnete Kreisverbandssprecherin Hilke Schwingeler die Runde, „aber wir erwarten Würde und Respekt im Umgang mit den politischen Partner. Und das sehen wir bei der SPD nicht mehr gegeben.” Zu lange seien die Grünen von der SPD hingehalten worden. Zu oft hätten die Sozialdemokraten sich nicht an Absprachen gehalten. Fraktionssprecherin Ingrid Reuter brachte es am Ende auf den Punkt, spricht ganz offen von einem „Befreiungsschlag”.
Haussegen hing schon seit Oktober schief
Denn gänzlich überraschend kommt der Entschluss der Grünen nicht. Spätestens seit den Äußerungen von SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse Anfang Oktober hängt der Haussegen schief im einstmals trauten rot-grünen Heim. Mit seinem Junktim, die Koalitionsgespräche mit den Grünen nur dann fortsetzen und andernfalls mit wechselnden Mehrheiten regieren zu wollen, wenn die Grünen einer Wiederholung der Kommunal- und Oberbürgermeister von vorneherein abschwören, stieß Prüsse die Grünen mächtig vor den Kopf. Das Misstrauen blieb, auch wenn der nicht selten polternde SPD-Fraktionsboss von der eigenen Partei zunächst wieder zurückgepfiffen wurde. Es wuchs sogar, nachdem die SPD im Alleingang die Besetzung des Aufsichtsrats des Flughafens, Knackpunkt aller rot-grüner Verhandlungskunst, zugunsten der Arbeitnehmer verändern wollte.
Das Fass zum überlaufen aber brachte aus Sicht der Grünen eine vergleichsweise unspektakuläre Personalie im Verwaltungsrat der Sparkasse, wo es - wie berichtet - vergangenen Donnerstag im Rat zur ersten Abstimmungsschlappe von Rot-Grün zugunsten des CDU-Mannes Udo Reppin kam.
Geheimabsprachen zwischen SPD und CDU?
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Nicht erst seitdem wittert Fraktionschef Mario Krüger Geheimabsprachen zwischen Union und Genossen. Offenbar habe es bei der SPD ein „Drehbuch” gegeben, die Gespräche mit den Grünen scheitern zu lassen. Entsprechend enttäuscht ist Krüger von der SPD, „persönlich vor allem von Ernst Prüsse.” Der Grünen-Frontmann will sogar „einen zweiten Wahlbetrug” neben der Haushaltsaffäre erkennen. Schließlich habe Rot-Grün mit verteilte Rollen einen gemeinsamen Wahlkampf geführt. Krüger: „Politisch müsste es eigentlich eine Wahlwiederholung geben.” Apropos: Die laufende Wahlprüfung möchten die Grünen sauber von ihrer politischen Partnersuche getrennt sehen. Krüger: „Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe. Soll heißen: Ob die Grünen im Wahlprüfungsausschuss für oder gegen eine Wahlwiederholung votieren, sei einzig abhängig von der Entscheidung des bestellten Gutachters, nicht von Koalitionsausagen.
Sollte es in Folge der Haushaltsaffäre zu einer Wiederholung der Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl kommen, kann die SPD und mit ihr ihr Oberbürgermeister Ullrich Sierau nach derzeitigem Stand wohl kaum auf Unterstützung der Grünen rechnen. Das Angebot, eine Wahlwiederholung „im Team” durchzuführen, bestehe nicht mehr, so Krüger.
00:18
Denke ich mal.
00:18
Es hat nie eine SPD in Dortmund gegeben.
13:11
Die Dortmunder SPD sollte sich ein Beispiel an der Bundes-SPD nehmen. Verjüngen und weg mit den alten Köpfen.
Bei einer möglichen großen Koalition im Rat, wäre der Weg frei für den Flughafenausbau!
Liebe Grüne bitte tut mir das nicht an und redet weiter mit Genossen!
12:13
Spannend wird es in der nächsten Zeit. Geht Krüger jetzt mit Littmann und Hengstenberg in eine Ehe? Das wird für alle schwer. Denke ich mal.
12:12
Mutige Grüne, sich überschätzende Rote. Rot pur? da hat sich die SPD aber irgendwie verschätzt. Pur hieße 50% der Sitze, und davon ist die SPD meilenweit entfernt. Denke ich mal.
09:35
Der letzte Satz aus der aktuellen Pressemeldung der SPD lautet:
Seit heute ist Kommunalpolitik in Dortmund „Rot pur“.
Er spiegelt das Selbstverständnis von Prüsse & Co. wieder und bedarf wohl keines weiteren Kommentars.
23:32
@#26 - #28: Das sind jetzt insgesamt 9 Euro fürs städtische Phrasenschwein mal 2, also 18 Euro, da doppelt gepostet. Guter Ansatz für den Nachtragshaushalt;-)
22:17
Neues Spiel - neues Glück,aber die gleichen Glücksritter.
Wer am Ende die Nase vorn haben wird, bleibt offen.
Es ist wie bei jeder Poker-Partie, gute Nerven gehören dazu.
22:12
Eine Ehe ist geschieden.
Wie bei jeder Scheidung ist es im Nachhinein schwer festzustellen wer wieviel Schuld trägt.
22:04
Vom politischem Wienerwalzer zum Stepptanz nur mit neuer Formationstänzer, doch nicht jeder kann mit jedem in einer Formation tanzen.
Können sich die politischen Parteien darauf umstellen?