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Dortmunds Flughafen kommt wegen Neuwahl in Verzug

07.12.2009 | 20:25 Uhr
Dortmunds Flughafen kommt wegen Neuwahl in Verzug

Dortmund. Die wahrscheinliche Neuwahl wirbelt die Pläne des Flughafens in Dortmund durcheinander: Die gewünschten längeren Flugzeiten für Sommer 2012 kann sich der Airport wohl abschminken. Auch die Anzahl der Passagiere sowie ein Jahres-Minus von 25 Millionen Euro in 2009 drücken auf die Stimmung.

Die Turbulenzen um die Neuwahlen erreichen den Dortmunder Flughafen. Airport-Chef Markus Bunk ist gezwungen, seinen Vorstoß für längere Betriebszeiten erst nach Ablauf des 1. Quartals 2010 in den Rat einzubringen. Bunk muss (und will) angesichts der wahrscheinlichen Wiederwahl die Kräfteverhältnisse abwarten. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren - so viel, dass das Ziel kaum noch zu erreichen ist, den Airlines, die 2011 ihre Routen schmieden, zum Sommerflugplan 2012 längere Zeiten zu bieten. Sogar mit Blick auf den Winterflugplan 2012/2013 könnte es eng werden - immerhin rechnet man damit, dass die Münsteraner Bezirksregierung rund zwei Jahre benötigt, den Antrag zur Ausweitung der Betriebszeiten zu bearbeiten.

Zurückhaltung bei Voraussagen

Bis dahin müssen neue Passagierprognosen vorgelegt werden. Den Aufsichtsräten lagen eher zurückhaltende Voraussagen im Wirtschaftsplan vor. Nach dem Absturz von 2,3 Millionen auf 1,7 Mio. Passagieren 2009 rechnet Bunk mit einem leichten Anstieg auf 1,8 Mio. in 2010, der sich bis 2013 auf 2,05 und 2014 auf 2,1 Millionen fortsetzen soll.

Konsequenz: Das horrende Gesamtdefizit, das die Startbahn Jahr für Jahr abwirft, sinkt kaum. Für 2009 pendelt sich das Minus bei 25 Mio. Euro ein, für 2010 rechnet man mit Verlusten von 22 Mio., für 2011 mit 21,1 Mio. - erst 2014 will man mit 19,5 Mio. die 20 Mio.-Grenze unterschreiten.

Damoklesschwert von der EU

Fraglich bleibt, ob die GmbH bis dahin an den alten Kenngrößen festhalten und ein Gesamtergebnis ausweisen wird. Noch hängt das Beihilfeverfahren der EU wie ein Damoklesschwert über dem Airport, dessen Crew sich darauf einstellt, Infrastruktur- und Betriebsergebnis künftig getrennt auszuweisen.

Tatsächlich wird der Flughafen im reinen Betrieb (ohne Abschreibungen und Zinsen) 2009 ein Minus von rund 9 Mio. ausweisen. Noch freundlicher liest sich ein vom Flughafen entworfenes „EU-Betriebsergebnis”. Die Rechnung entschlackt das Minus noch weiter, filtert sie doch alle Bereiche heraus, die „dem öffentlichen Interesse dienen” und nicht dem reinen Betrieb zuzuschreiben seien: Feuerwehr, Luftsicherheit, Tower... nach dem „EU-Betriebsergebnis” käme der Flughafen auf 5 Mio. Miese.

Gregor Beushausen

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