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Dortmunderin näht für BVB und den Handballbund

25.10.2012 | 10:00 Uhr
Dortmunderin näht für BVB und den Handballbund
Kerstin Pittelkow näht in ihrer Schneiderei in Dortmund-Marten nicht nur Maßanfertigungen. Sie bearbeitet auch die Trikots vom BVB und dem Deutschen Handballbund.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Die Dortmunderin Kerstin Pittelkoff ist Näh-Expertin. In ihrer Schneiderei "Kennys Änderungsatelier" bringt sie unter anderem Werbeaufnäher auf BVB-Trikots an oder verändert die Größe von Brautkleidern. Im November will die Meisterin der Maßanfertigung umziehen - allerdings nicht weit.

Auf zwölf Quadratmeter verteilt hortet Kerstin Pittelkow ihre Schätze. Stoffe, Garne und sechs schwere Industrienähmaschinen á 90 Kilo sind ihre Arbeitsgeräte, momentan noch in einem Nebenraum eines Martener Friseursalons untergebracht. Am 2. November zieht die gebürtige Berlinerin mit ihrer Schneiderei „Kennys Änderungsatelier“ um, von der Hauener Straße geht es nur wenige Ecken weiter in die Martener Straße.

Auf viermal soviel Platz wie bisher wird sie nun die Arbeitskleidung deutscher Spitzensportler bearbeiten: Neben dem BVB lässt auch der Deutsche Handballbund hier seine Trikots um- und mit Werbeaufnähern verzieren.

Größter Kunde kam durch Zufall

Kommissar Zufall spielte ihr den bisher größten Kunden zu. Im Friseursalon nebenan gab es einen Kunden, der für die Firma Logotex arbeitete — einem Textilveredler, der neben Kunden wie Borussia Dortmund auch Thyssen Krupp und Evonik zu seinen Kunden zählt. Eines kam zum anderen, und kurz darauf nähte Kerstin Pittelkow in ihrem Atelier Sponsorenlogos auf Trikots und Trainingsanzüge vom BVB und dem Deutschen Handballbund.

Ihr neuester Coup: Für Karstadt Sports bestückt sie die Arbeitskleidung der Mitarbeiter mit Werbeträgern. Auf T-Shirts, Hemdkragen oder Jacken näht sie Logos, alleine 40.000 Stück jährlich nur für Karstadt. Viel Platz bleibt da nicht auf den 12 Quadratmetern, also geht es Ende des Monats ab in die neuen Räumlichkeiten. Schließlich arbeitet sie nicht nur für Sportler; auch Brautkleider werden umgeschneidert oder normale Wünsche wie Maßanfertigungen erfüllt.

„Ick fühl’ mir so sauwohl in Marten!“

Außerdem auf der Agenda: Eine eigene Handtaschenkollektion mit Teilen aus Jeansstoff, Leder oder Wolle. „Die nehm’ ick ooch alle selber!“, berlinert die Martenerin, die es 1991 der Liebe wegen nach Dortmund verschlug, Rückkehr ausgeschlossen: „Ick fühl’ mir so sauwohl in Marten!“ Ein weiterer Vorzug der neuen Räumlichkeiten: Neben dem Schaufenster, welches nun auch Ausstellungsfläche bietet, kann die Mutter dreier Kinder im Alter von 16 bis 26 Jahren auch wieder Kontakt zu ihrer Laufkundschaft knüpfen. „Es wäre toll, wenn es hier auf der Hauptstraße wieder mehr Läden geben würde. Vor 15 Jahren war es so schön hier!“ erinnert sie sich.

Der Berufswunsch stand schon früh fest bei der heute 47Jährigen: „In der neunten Klasse habe ich beschlossen, ich werde Schneiderin. Schon als Kind habe ich Jacken aus Bettlaken genäht, im Osten damals.“

Eine Aushilfe unterstützt die Arbeit der quirligen Schneiderin, die zweimal in der Woche noch bei einem Brautmodengeschäft in der Innenstadt an Brautkleidern werkelt. „Wir kriegen da jedes Kleid passend. Für übergewichtige Kundinnen haben wir schon aus zwei Kleidern eins gemacht, geht nicht gibt’s nicht! Für mich ist das eigentlich selbstverständlich.“

Stephanie Jungwirth


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