Dortmunder Vermieter bleibt standhaft gegen Nazi-Drohungen

Fotograf Hendrik Müller und Sascha Bender im Ladenlokal an der Scharnhorststraße. Sie wollen dort ein Fotoaltelier und einen alternativen Kulturtreff aufbauen.
Fotograf Hendrik Müller und Sascha Bender im Ladenlokal an der Scharnhorststraße. Sie wollen dort ein Fotoaltelier und einen alternativen Kulturtreff aufbauen.
Foto: Bandermann
Was wir bereits wissen
Das von Neonazis bedrohte Dortmunder Immobilien-Unternehmen hat mitgeteilt, dass es gegenüber den Rechtsextremen nicht klein beigeben werde.

Dortmund.. Das Dortmunder Immobilien-Unternehmen, das sich Angriffen von Neonazis ausgesetzt fühlt, weil es in der Dortmunder Nordstadt ein Ladenlokal an einen anarchistischen Buchladen und einen Fotografen vermietet hat, lässt sich offenbar nicht einschüchtern. Auf Facebook bezog die Firma am Dienstag Stellung: "Als Vermieter betonen wir, dass ein rechtsgültiger Mietvertrag vorliegt, der nicht anfechtbar ist", heißt es da. zuvor schien es noch, als versuche der Vermieter, den Vertrag mit seinen Mietern aufzulösen.

Unterstützung bekommt das Unternehmen aus der Politik. Die Dortmunder Grünen fordern ein deutliches Zeichen der Stadtspitze und der Polizei gegen die Drohungen und Einschüchterungsversuche der Dortmunder Nazis gegen den Vermieter eines Ladenlokals, in das ein linker Buchladen einziehen will. OB Ullrich Sierau gibt sich noch zurückhaltend.

Erinnerung an SA-Methoden

Jetzt versuchten die Nazis mit Einschüchterungen und Drohungen auch Einfluss darauf zu nehmen, wer an wen Wohnungen vermieten darf, so die grüne Partei- und Fraktionsspitze in einer gemeinsamen Erklärung: "Das erinnert an den Terror von SA und SS der Nazis in den 20er- und 30er-Jahren." Die gesamte Stadt stehe in der Verantwortung, hier ein klares Zeichen zu setzen.

Sowohl der Vermieter der Immobilie als auch die Mieter bräuchten jetzt deutliche Zeichen, dass in Dortmund demokratische Grundwerte gelten und sich niemand dem Druck der Nazis beugen müsse, fordern die Grünen. Die Auflösung des Mietvertrags aufgrund der Bedrohungen der Nazis wäre ein fatales Zeichen. OB Sierau ließ auf Anfrage offen, wie die Stadt reagieren werde. Er sagte nur: "Man sollte nie weichen, weder als Mieter noch als Vermieter."