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Dortmunder Verein muss für Kinderlied an GEMA zahlen

01.02.2010 | 23:27 Uhr
Dortmunder Verein muss für Kinderlied an GEMA zahlen

Dortmund. "Dicke rote Kerzen" kosten den Dortmunder Verein IG Holzen 23,01 Euro. Dabei handelt es nicht um den Preis für einen Adventskranz, sondern um die Gebühr, die die Rechteverwertungsgesellschaft GEMA verlangt, weil ein Kinderchor auf einem Weihnachtsmarkt eben dieses Lied vorgetragen hatte.

Die GEMA bleibt hart: Über zwei Wochen nachdem die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) dem Vorsitzenden des Vereins „IG Holzen aktiv” die Rechnung für den Kinderauftritt beim Weihnachtsmarkt schickte, steht fest: Er muss zahlen. Weil 30 Grundschüler und Kindergartenkinder das Lied „Dicke rote Kerzen” gesungen haben, muss er 23,01 Euro überweisen.

Bei der GEMA angemeldet

Wie berichtet, war der Vereinsvorsitzende Rudi Gaidosch überrascht, als ihm die Rechnung damals ins Haus flatterte. Zwar hatte er den Weihnachtsmarkt, bei dem Kinder der Eintracht-Grundschule und des AWo-Kindergartens Lieder gesungen hatten im Vorfeld bei der GEMA gemeldet - das er für den ehrenamtlichen Auftritt zur Kasse gebeten werden würde - damit hatte er nicht gerechnet.

Der Vorstandsvorsitzende der Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA, Harald Heker.

Auf Nachfrage der Westfälischen Rundschau sah sich die GEMA zuletzt nicht im Stande, Näheres zur Begründung der Rechnungsstellung zu sagen. Man habe den geringsten Satz in Rechnung gestellt. Alles weitere liege in den Händen des Vereins, der die Bringschuld habe und die Lieder samt Version mitteilen müsse. Nach Rücksprache mit der Schule tat Rudi Gaidosch das. Auf einem dreiseitigen Bogen teilte er der GEMA die Musikfolge mit. Die Kinder hatten vier Lieder gesungen: „Jingle Bells”, „Wir wünschen frohe Weihnachten”, „Dicke rote Kerzen”. Zugabe: das „Bratapfelgedicht”.

Bis ins Fernsehen

Das reichte der GEMA nicht. Sie wandte sich an die Grundschule, um zu recherchieren. Die Angaben seien unzureichend, die Hinweise, nach welchen Noten gespielt wurde, hätten gefehlt. Nun sind sie da. Die Pressesprecherin der GEMA in München, Gabi Schilcher, teilte am Montag mit, es habe umfangreiche Medienanfragen zum Thema gegeben. Von Tageszeitungen. Vom Radio. Stern TV (RTL) drehte sogar einen Beitrag im AWo-Kindergarten Holzen. Deshalb teilte die GEMA erst jetzt in einer konzertierten Aktion mit, dass Gaidosch zahlen müsse. Begründung: „Dicke rote Kerzen” (von Detlef Jöcker) gehöre zum „geschützten Weltrepertoire der GEMA”. Es sei „unglücklich, dass es sich nur um ein Lied handelt”, aber die Entscheidung der GEMA stehe.

Rückfragen an die GEMA unter 0231/57701-0

Peter Ring

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