Dortmunder TU-Student entwickelt eigene Kurznachrichten-App

Maximilian Topp (20) studiert Informatik an der TU Dortmund. In seiner Freizeit hat er die Kommunikationsapp Phreasy für Smartphones entwickelt.
Maximilian Topp (20) studiert Informatik an der TU Dortmund. In seiner Freizeit hat er die Kommunikationsapp Phreasy für Smartphones entwickelt.
Foto: Dieter Menne
Der Informatiker Maximilian Topp (20) hat eine eigene App programmiert: "Phreasy" soll die Kommunikation mit Whats App, Telegram und Co. erleichtern.

Dortmund.. Ein Dortmunder TU-Student will im gigantischen Geschäft mit Kurznachrichten mitmischen. Der Informatiker Maximilian Topp (20) hat eine eigene App programmiert: "Phreasy" soll die digitale Kommunikation mit Whatts App, Telegram und Co. erleichtern. Uns hat er erklärt, wie seine App funktioniert.

SMS, Whats App, Telegram, Threema - es gibt kaum ein Smartphone, auf dem nicht eine dieser Kurznachrichten-Apps installiert ist. Und jetzt gibt es Phreasy. Ein Programm, das die virtuelle Kommunikation via Smartphone noch einfacher machen soll. Phreasy ermöglicht es dem Nutzer, Nachrichten, die er bereits vorher geschrieben und gespeichert hat, schnell über andere Kurznachrichten-Apps zu versenden.

Seit Oktober gibt es die App im Google Play Store für Smartphones mit Android Software. Entwickelt hat sie Maximilian Topp, 20 Jahre alt, Informatikstudent der Technischen Universität Dortmund (TU). Wir haben die Fakten über die App zusammengetragen.

Was genau ist Phreasy?

Phreasy ist eine App, die die digitale Kommunikation über Kurznachrichtendienste wie Whats App auf dem Smartphone oder Tablet erleichtern soll. Zur Erklärung: App ist die Abkürzung für Applikation. Das Wort beschreibt ein Anwendungsprogramm für ein Smartphone oder einen Tablet-Computer, kurz: für Mobilgeräte.

Mit Phreasy kann der Nutzer kurze Sätze oder längere Nachrichten, die er regelmäßig verschickt, speichern und diese bei Bedarf mit einer anderen Kurznachrichten-App erneut versenden. Die App ist also eine Art Datenbank.

Wie speichert Phreasy die Nachrichten?

Die App unterscheidet drei Formen von Kategorien, unter denen der Nutzer seine Nachrichten speichert: Cats (vom englischen "category", zu deutsch: Kategorie), Short Cats (hier: kurze Nachrichten) und Combis (vom englischen "combination", zu deutsch: Kombination).

Eine Cat speichert kurze Sätze, wie zum Beispiel: "Ich bin auf dem Weg." Eine Short Cat enthält Smileys und Emojis, die das Gefühl des Absenders ausdrücken sollen. Eine Combi ist eine Kombination aus einer oder mehreren Cats und Short Cats. Ein Beispiel: "Ich komme zu spät. Zu viel Verkehr." Diese Nachricht wird mit einem traurigen Smiley versehen. Wie der Nutzer die Kategorien nennt, entscheidet er selbst.

Wie verschickt Phreasy die Nachrichten?

Öffnet der Nutzer Phreasy auf seinem Smartphone, erscheinen im Menü die verschiedenen Kategorien, unter denen er seine Nachrichten gespeichert hat. Will der Absender dem Empfänger in seiner Nachricht beispielsweise mitteilen, dass er sich zu einer Verabredung verspätet, muss er in seiner Liste die Kategorie "Zu spät" antippen und Phreasy wählt eine passende Nachricht aus. Bevor die Mitteilung abgesendet wird, zeigt Phreasy alle Kurznachrichten-Apps an, die Absender wie auch Empfänger auf ihrem Smartphone nutzen. Danach wählt der Nutzer nur noch den Empfänger der Nachricht aus und schickt seine Mitteilung ab.

Wer will, kann auch eine "Standard-App" auswählen, die eine Nachricht von Phreasy an den Empfänger weiterleitet. Auch ist es möglich, die Empfänger in verschiedene Gruppen einzuteilen. So erhält die Freundin zum Beispiel einen küssenden Emoji, der Kumpel etwa einen breit grinsenden Smiley, wenn Phreasy eine Nachricht auswählt und verschickt.

Wie ist die App entstanden?

Gerade im Winter, wenn es draußen und auch im Auto kalt ist, sei es umständlich, auf der kleinen Tastatur des Smartphones Nachrichten zu schreiben, sagt Maximilian Topp. "Man muss fünf Mal neu tippen oder alles löschen. Dabei will man eigentlich nur einen Satz schreiben." So kam dem 20-Jährigen die Idee für eine App, die es ermöglicht, Nachrichten mit nur ein paar Klicks zu versenden.

Die Grundfunktionen des Programms standen nach etwa einem Monat. Danach hat der Student das Design der App verbessert. Mehr als ein halbes Jahr hat es gedauert, Phreasy zu programmieren. Vollendet ist die App noch immer nicht. Immer wieder findet Topp Fehler, die er ausbessern muss.

Greift Phreasy auf persönliche Daten zu?

Die App hat Zugriff auf Fotos, die auf dem Smartphone gespeichert sind, damit der Nutzer einen individuellen Hintergrund für "sein Phreasy" erstellen kann. Allerdings benötigt das Programm keinen Internetzugang, um die Mitteilungen auszuwählen und einer Kurznachrichten-App zuzuordnen. Somit besteht keine Gefahr, dass Phreasy private Fotos im Netz veröffentlichen könnte.

Kann Topp mit seiner Entwicklung Geld verdienen?

Will Topp mit Phreasy Umsatz machen, so stehen ihm drei Möglichkeiten offen:

  1. Er könnte die App im Google Play Store beispielsweise für 99 Cent pro Stück verkaufen. Dies bedeutete für den 20-Jährigen jedoch einen enormen juristischen Aufwand. Denn der Käufer habe beispielsweise das Recht auf Umtausch. Überdies müsste Topp dann eine sehr kleine Summe versteuern, da die App bisher nur etwa 100 Nutzer zählt. Für Maximilian, der seine App als Freizeitspaß betrachtet, wäre dies zu viel Aufwand.
  2. Topp könnte Umsatz machen über In-App-Einkäufe. Hierbei könnte der Nutzer seinen Speicherplatz auf Phreasy für ein gewisses Entgelt erweitern.
  3. Topp könnte auf seiner App Werbung schalten. Mit jedem Klick auf das kleine Werbebanner verdient er ein paar Cent. Der Student hat sich für diese Option entschieden. Das Geld wird ihm von Google gutgeschrieben und bei Bedarf ausgezahlt.

Hat die App eine Marktlücke geschlossen?

Eine Marktlücke zu finden und zu schließen ist die eine Sache, sich auf dem Markt zu behaupten jedoch eine andere. Laut dem Erfinder gibt es bisher keine App, die Nachrichten so einfach und schnell verschickt wie Phreasy. Rein pragmatisch betrachtet ist das Programm also konkurrenzfähig. Schwierig ist es jedoch, eine breite Nutzerschaft zu akquirieren. Auch ist es sehr kostspielig, Werbung im Google Play Store zu schalten, sodass Ausgaben schließlich größer wären als Einnahmen.

Phreasy ist kostenlos erhältlich im Google Play Store für alle Smartphones und Tablet-Computer mit Android Software.