Dortmunder Tierheim beruhigt seine Hunde mit Musik

Dieser kleine Labrador-Mix mit den Husky-Augen scheint den Sandelholzduft im (ausgestellten) Vernebler zu mögen.
Dieser kleine Labrador-Mix mit den Husky-Augen scheint den Sandelholzduft im (ausgestellten) Vernebler zu mögen.
Foto: Stephan Schütze
Was wir bereits wissen
Mit lautem Bellen soll im Dortmunder Tierheim bald Schluss sein: Die Tierpfleger arbeiten mit Duftaromen und Musik, um die Hunde zu beruhigen.

Dortmund.. Im Dortmunder Tierheim läuft seit sieben Wochen ein ungewöhnliches Experiment. Peter Hobrecht, bei der Stadt Bereichsleiter für das Tierschutzzentrum in Dorstfeld, stieß auf eine wissenschaftliche Studie darüber, dass Tiere mit Aromatherapie beruhigt werden können.

Abends, wenn die Tiere sich im Tierheim allein überlassen bleiben, werden sie unruhig. Zum Feierabend stellen deshalb Tierpfleger Sebastian Schwarz und seine Kollegen sogenannte Vernebler mit Sandelholz-Extrakt in die Gänge der Hundehäuser. Das Aroma wird in Intervallen abgegeben und verteilt sich im Raum. "Nach etwa ein, zwei Wochen waren die Hunde entspannter, wenn wir morgens kamen", berichtet Schwarz. Die ätherischen Öle wirken über die Nase und die Haut ganz spezifisch auf das körperliche und seelische Wohlbefinden.

Hundemusik soll für Entspannung sorgen

Für Entspannung in den Hundezwingern soll auch Musik sorgen. Klassische Musik. Bach, Mendelssohn, Chopin, Händel und Debussy. Die sind für Hunde laut einer weiteren Studie besonders stressmindernd. "Es gibt spezielle CDs, gestaltet für das Hundegehör", berichtet Hobrecht. Er hat sie aus den USA beschafft. Es gibt CDs für Welpen und ältere Hunde.

Die Musik auf den CDs (Through a dog's ear) ist nach psychoakustischen Prinzipien arrangiert; denn die Komplexität der Kompositionen scheint einen entscheidenden Einfluss auf die Stressminderung der Tiere zu haben. Verlangsamter Rhythmus, abgesenkte Frequenzen, wenige Instrumente, am besten viel Klavier, beruhigen das Nervensystem der Hunde.