Dortmunder staunen in der Baustelle Phoenixsee
23.07.2010 | 09:24 Uhr 2010-07-23T09:24:00+0200
Dortmund.Mehr als 100 Dortmunder konnten nun die Baugrube des künftigen Phoenixsees in Hörde erkunden, der ab 1. Oktober geflutet wird. Manche erinnerten sich an das frühere Stahlwerk. Eine Wanderung zwischen Heute und Gestern.
Interessierte Dortmunder Bürger hatten Gelegenheit, unter sachkundiger Führung das rund 30 Hektar große Areal des zukünftigen Phoenixsees in Hörde zu umwandern. Die Entwicklungsgesellschaft Phoenix-See hatte zum drei-stündigen Rundgang über Stock und Stein eingeladen. Einmal um die Baugrube, vom 38 Meter hohen Erdwall an der B236 übers Nordufer bis zur Hörder Burg, dem künftigen Yachthafen und auf der Südseite wieder zurück. Manche kamen angesichts der Weite aus dem Staunen nicht heraus und fragten immer wieder nach.
Inge Wünnenberg aus Unna (75) ist gekommen, „um Erinnerungen aufzufrischen.“ Da steht sie nun neben anderen Menschen in der Baugrube des Phoenix-Sees und denkt an jene Zeit, als das Stahlwerk Phoenix die „Dortmund Hörder Hüttenunion“ war und sie als Sekretärin in der Neubauabteilung arbeitete, ’60 bis ’63. „Schade, dass die Industrie gegangen ist“, sinniert Frau Wünnenberg. Sie hat ihren Frieden mit der Neuzeit gemacht, sie freut sich auf den See und auf die Promenade, über die sie später flanieren wird.
Jetzt aber: Psst! Konzentration! Der Mann am Kopf der Besuchergruppe will etwas erklären. Heinz Hueppe, Chef der Entwicklungsgesellschaft Phoenix-See und Ingenieur mit Erfahrung im Anlegen von Gewässern, erläutert den Umbau der Emscher, die durch eine Auenlandschaft fließt. Schildert, dass der See keimfrei und ohne Algen sein wird und man zwei Millionen Besucher im Jahr erwarte. Gelächter bricht aus. „Wer hat denn da gerechnet?“, ruft einer keck. Herr Hueppe lässt sich nicht beirren: „Täuschen Sie sich nicht! Menschen zieht es ans Wasser. Ich hab’s an der Kieler Förde erlebt.“
Der Tross schlurft weiter. 120 Neu- und Wissbegierige sind gekommen, aus Dortmund und den Nachbarstädten. Herr Breimhorst aus Steinfurt hat den Aasee vor der Haustür, weshalb er nicht daran denkt, zurückzuziehen nach Dortmund. „Nun ja“, sagt er, „wenn man aber in Benninghofen groß geworden ist und in Hörde Verwandtschaft hat, dann ist einem nicht egal, was hier passiert.“ Der Phoenix-See, findet Herr Breimhorst, sei ein „Highlight fürs gesamte Ruhrgebiet.“
Sie marschieren in Gruppen zu 40 Leuten. Rund um die Baugrube; durch Staub, über Stein und Geröll. 3,5 km in drei Stunden. Drei Karawanen aus Stroh- und Filzhüten, eine Prozession aus Latschenträgern und solchen mit festem Schuhwerk. Videokameras baumeln vor Brüsten, Fotoapparate klicken. Hueppe schreit gegen dröhnende Bagger und Lkw am Südufer an. Der See, bekommt die Karawane zu hören, werde sich aus Grund-, Niederschlags- und Dachwasser speisen. Von der Lust gepackt, eine Falle zu stellen, möchte ein älterer Herr wissen, ob das Dachwasser denn gereinigt werde? „Nein“, entgegnet Hueppe, das sei nicht nötig. „Wieso nicht?“, setzt der ältere Herr nach. „Bei mir in der Tonne ist auch Dachwasser. Das ist immer schmutzig.“
Hueppes Zuhörer staunen: Hechte und Barsche sollen den Phoenix-See befüllen, aber keine Algen. Die aufgeschütteten Erdhaufen links inmitten der Baugrube werden Inseln. Rechter Hand die Hänge für Häuslebauer. Eine Dame möchte wissen, wie groß die Grundstücke sind. „400 bis 1200 Quadratmeter.“ Das macht Eindruck. „Überleg dir das mal“, wendet sie sich ihrem Mann zu. Hueppe erläutert, dass Bauherren zwei Jahre Bauzeit haben und alles nach modernsten Maßstäben entstehen soll. Eine Frau, ungerührt von seinen Ausführungen, hat die Frage: „Kann man hier eigentlich ein Schwarzwaldhaus bauen? „Nein“, stöhnt Herr Hueppe, „kann man nicht.“
Richtung Hörder Burg
Der Tross stolpert und kämpft sich der Hörder Burg entgegen. Rechter Hand der Florian, der wie ein steingewordener Finger in den Himmel sticht. Vertraute Landmarken. Rechts die schon die neue Hafenbrücke, links die Umrisse der Promenade. Der künftige Yachthafen, 80 Anlegeplätze. Ein Schiffsrestaurant soll auf festem Fundament in den Hafen gesetzt werden, und ein paar Meter weiter in Erinnerung ans Phoenix-Werk der Konverter, der aussieht, als habe jemand ein stählernes Ei in die Landschaft gesetzt. „Jawoll“, tönt es aus dem Pulk, „genau hier gehört der hin!“ Das alte Magazingebäude drüben, sagt Hueppe und fährt den Arm aus, soll eine Seniorenunterkunft werden, die Tusk-Villa eine Musikschule. Nicht jeder hört zu. „Man kann bald über den Damm bis zum Westalen- und Rombergpark wandern“, klärt ein Mann seinen Gesprächspartner auf.
Man sieht es vor sich. Wenn Hueppe das „Mönchbauwerk“ erklärt, „jenen Stöpsel“, mit dem das Wasser abgelassen werden kann. Wenn Hueppe ausmalt, dass die Baugrube von Süden nach Norden geflutet wird; wenn er Sonnenaufgänge beschreibt, die man auf der Treppe der Kulturinsel verfolgen kann, die östlich hinunterführt ins Wasser. Dann läuft das Kopfkino an, und man sieht mehr als nur die ersten Pfützen, die sich gebildet haben, weil Rinnsale in die Grube laufen. Ab Freitag, klärt Herr Hueppe die Besucherschar auf, ist Schluss mit den Lkw, die Boden aus der Baugrube karren. Freitagabend ist das Bett für den See bestellt, am 1. Oktober wird geflutet. Einen Monat später wird auch die Afflerbach-Halle verschwunden sein, unverbauter Blick auf ein Stück neues Dortmund.
Eine sanfte Brise kommt auf, als der Tross auf der Südseite den Rückweg antritt. In 20 Minuten wird die Gruppe wieder vor dem 38 Meter hohen, aufgeschütteten Erdhügel nahe der B236 stehen, der als „Landschaftsbauwerk“ begrünt wird..Plötzlich meldet sich eine ältere Dame. „Wie lange werden wir wohl noch unterwegs sein? Ich möchte nämlich um 20 Uhr ins Konzert.“
14:26
irgendeinem Ingenieur, und das Gift was Hoesch/Krupp hinterlassen hat, wird den See befüllen.
22:28
Was baumelte den jetzt wo und wie-die Brüste über der Kamera,die Kamera unter den Brüsten,die Brüste in der Kamera und sind Männer und Frauenbrüste betroffen?
Ist schon eine aufregende Sache,so eine Trockenwanderung.
00:00
Hechte und Barsche sollen den Phoenix-See befüllen – igitt, dann doch lieber die DEW mit ihrem Trinkwasser.