Das aktuelle Wetter Dortmund 15°C
Landgericht

Dortmunder soll Prostituierte übers Internet bestellt und vergewaltigt haben

25.09.2012 | 17:25 Uhr
Dortmunder soll Prostituierte übers Internet bestellt und vergewaltigt haben
Ein 33-jähriger Dortmunder ist angeklagt, zwei Prostituierte vergewaltigt und um ihren Lohn geprellt zu haben. Foto: ddp

Dortmund.  Vergewaltigung zweier Prostituierter wirft die Anklage unter anderem einem Dortmunder (33) vor. Der Mann, der die Frauen damit eingeschüchtert haben soll, er sei Polizist und würde sie anzeigen, hatte die Frauen zuvor im Internet kontaktiert.

Ein Klick auf einer einschlägigen Internetseite, und der Angeklagte fand, was er suchte. Prostituierte, die ihn eine ganz Nacht zu Hause verwöhnen. Laut Anklage fand der 33-Jährige auf diese Weise auch seine Opfer. Er soll zwei Frauen im Juni und November 2011 im Keller und auch oben in seiner Wohnung in der Nordstadt vergewaltigt haben.

Was der Mann bestreitet: „Das war alles freiwillig und einvernehmlich.“ Die Frauen hätten zu jeder Zeit aus dem Haus gehen können. Gut, dass er die Frauen um ihren Lohn betrogen hatte – in einem Fall 1200 Euro für zwölf Stunden – das könne man ihm vielleicht vorwerfen. Aber mehr nicht.

Eine Nacht für 1200 Euro – doch der Lohn blieb aus

Von den beiden Frauen ist zumindest eine gründlich von Nebenverdiensten dieser Art geheilt. „Ich bin seitdem in psychischer Behandlung“, erzählte die 27-jährige Mutter eines kleinen Kindes. Der Angeklagte war ihr erster Kunde überhaupt. „Ich wollte mir ein bisschen was dazuverdienen.“ Man vereinbarte zuvor am Telefon, dass sie von 20 Uhr bis um 8 Uhr morgens 1200 Euro bekommen sollte. „Die ganze Nacht und dann auf einen Schlag so viel Geld, das passte mir ganz gut. Mein Mann hat mich dann dahin gebracht.“

„Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung in dem Bereich“

Als der Angeklagte sie vor dem Haus an der Kamener Straße empfing und sie in den Keller führte, da sei ihr schon ziemlich mulmig geworden. „Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung in dem Bereich, aber ich brauchte doch das Geld.“ Nach ihrer Aussage musste sie dann Praktiken über sich ergehen lassen, die sie nicht gewollt habe. „Ich hatte überlegt, abzuhauen, aber da stand er vor der Tür.“

„Er sagte, er sei Polizist, ich dürfte den Vertrag nicht brechen“

Oben in der Wohnung habe sie ihm zu verstehen gegeben, dass sie „aussteigen“ wollte. Die Reaktion des Angeklagten, so erzählte sie, schockte sie erst recht: „Er sagte, er sei Polizist, und hat mich regelrecht zugeschüttet mit Paragrafen. Wenn ich gehe, müsste ich 6000 Euro Schadenersatz zahlen. Und er würde mich anzeigen.“ Also habe sie sich gefügt, immer in der Hoffnung auf die 1200 Euro Dirnenlohn. Auf die wartete sie allerdings vergebens, der Angeklagte machte sich morgens einfach aus dem Staub. Sie verließ das Haus, „mein Mann stand auch pünktlich um 8 Uhr mit dem Auto vor der Tür.“

Die Anklage legt dem Dortmunder ebenfalls zahlreichen Betrügereien und falsche Verdächtigungen zu Last – die hat er auch alle gestanden. Der Prozess geht weiter.

Kathrin Melliwa



Aus dem Ressort
"Wir wohnen hier im kleinen Horrorhaus"
Mieter
Ein Vermieter aus der Schweiz lässt seit Jahren ein Mehrfamilienhaus in der Nordstadt verkommen. Mit Geld und vereinten Kräften halten die Nachbarn das Gebäude in Schuss. Jetzt könnte das Haus ein Fall für die Justiz werden.
Watzke redet BVB-Spielern ins Gewissen - Reus fällt aus
Borussia Dortmund
Die Vorzeichen waren vor einer Mitgliederversammlung des BVB schon einmal besser. Finanziell steht der BVB gut da. Hans-Joachim Watzke redete der Mannschaft denn auch eindringlich ins Gewissen. Die Spieler hätten die Situation allein in der Hand - auf Marco Reus muss der BVB aber verzichten.
Unveränderlich: Neue Semesterticket-Preise stehen fest
Diskussion in der Uni
Im Gespräch zwischen Vertretern des Verkehrsbunds Rhein-Ruhr (VRR) und Studenten über die Preiserhöhung des Semestertickets gibt es noch immer keine Einigung. Luis Jos Castrillo, Vorstandsmitglied des VRR, hat mit Studenten der TU und FH diskutiert. Wir waren dabei.
Bundeswehr wirbt auf Jugendmesse "You" – Proteste geplant
Jugendmesse
Bei Deutschlands größter Jugendmesse "You" Ende November wird auf die Bundeswehr offensiv um Nachwuchs werben. Kriegsgegner wollen den Messestand verhindern. Doch vom Prokuristen der Westfalenhallen fühlen sie sich eingeschüchtert. Der Mann soll ihnen mit einem Geheimdienst gedroht haben.
"In Dortmund gewinnt der Billigste"
Bus-Skandal
Nach dem Skandal um nicht angeschnallte Kinder im Bus einer Transportfirma aus Asseln besteht bei den Unternehmen Ärger darüber, dass ein "schwarzes Schaf" die Schlagzeilen bestimmt. TRD-Geschäftsführerin Anja Fischer erklärt, wie es in der Branche aussieht - und wie es zu dem Skandal kommen konnte.
Fotos und Videos
Das Leben im kleinen Horrorhaus
Bildgalerie
Fotostrecke
Mensch stirbt bei Feuer in Marten
Bildgalerie
Fotostrecke
Neues Wohnen im Denkmal
Bildgalerie
Fotostrecke
Welcher Stand ist der schönste?
Bildgalerie
Fotostrecke