Dortmunder Schönheitschirurg operiert nicht in jedem Fall

Experte für plastische und ästhetische Chirurgie: Der Dortmunder Dr. Georg Roth.
Experte für plastische und ästhetische Chirurgie: Der Dortmunder Dr. Georg Roth.
Was wir bereits wissen
Der Dortmunder Schönheitschirurg Dr. Georg Roth hat schon viel Erfahrung mit der Veränderung des menschlichen Körpers. Er erzählt, welche Operation am beliebtesten ist - die Veränderung weiblicher Brüste - und erklärt, warum er nicht in jedem Fall einen Eingriff vornimmt.

Dortmund.. „Keiner braucht es, was ich mache, aber die Kunden wollen es.“ Dr. Georg Roth, plastischer und ästhetischer Chirurg in Dortmund, hat eine gesunde Einstellung zu seinem Metier. Mit Ehrlichkeit setzt er nun selbstständig auf den Erfolg in Dortmund, nachdem sein ehemaliger Arbeitgeber, die namhafte Mang Medical One Klinik, mit ihrer Schönheitschirurgie nach Düsseldorf abgewandert ist.

„Fettabsaugen ist kein Diätersatz“, sagt der Schönheitschirurg, der nach eigenen Angaben keine Hemmungen hat, dies auch der Kundschaft mitzuteilen. „Im Zweifel schicke ich Interessenten zum Fitnessstudio“, sagt Roth. Im Wartezimmer an der Wittekindstraße liege auch ein Yoga-Buch. Der Facharzt weiß selbst, dass Lebensglück nicht allein durch eine vergrößerte Brust geschaffen werden kann. Dazu ist der Mediziner zu lange in China gewesen, wo er einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen entwickelt hat.

Vom Bauch in den Po

Dann zählte aber Brasilien zu den Stationen des 44-Jährigen, die ihn zu einem namhaften Schönheitschirurgen werden ließen. Brasilianerinnen würden eher auf ein neues Auto verzichten als auf einen makellosen Körper, hat Roth einmal gesagt. In Brasilien wird wie selbstverständlich mit dem Skalpell nachgeholfen, wo der Schöpfer geschwächelt hat.

„In Brasilien wollen Frauen Kurven zeigen. In Deutschland verstecken sie sie eher“, beobachtet der Schönheitsexperte. Hier schauen Männer den Frauen zuerst auf den Busen, am Zuckerhut auf den Po. Dort würden auch viel mehr Vergrößerungen der Pobacken durchgeführt.

Eine der OP-Techniken, die er dort auch erlernte und die ihn hier zu einem Spezialisten machen: Fett am Bauch absaugen und am Gesäß wieder einsetzen. „Da scheine ich in entsprechenden Internet-Foren genannt zu werden“, sagt Roth bescheiden. Kundinnen kämen deshalb auch aus dem Frankfurter und Hamburger Raum hierhin. Sowohl in Dortmund als auch in der Grönemeyer-Klinik in Bochum ist Roth als Belegarzt tätig.

Knapp 300 Patienten im Jahr

Das Gros der Patientinnen kommt allerdings wegen ihrer Brüste. „Das ist die dankbarste Operation“, gesteht der Facharzt. Die Zufriedenheit mit dem OP-Ergebnis sei in der Regel groß. Der Preis: Rund 5500 Euro. Roth operiert knapp 300 Patienten im Jahr. „Ein Patient am Tag“, sei seine Devise, damit er sich ganz auf sie oder ihn konzentrieren könne.

In jedem Vorgespräch betone er aber: „Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Verbesserung.“ Sein Credo bleibe: „Im Zweifel nie!“ Jede dritte Kundin schicke er nach einem Vorgespräch nach Hause. „In 30 Prozent der Fälle lehne ich Eingriffe ab.“ Zum Beispiel, wenn Kunden mit Modellzeichnungen und Fotos von Vorbildern kommen, die der ästhetische Chirurg mit seiner Kunst nicht erreichen kann.

„Mein Alltag“, berichtet Roth, „das sind extrem attraktive Frauen, die eine Kleinigkeit stört.“ Ein Nasenhöcker zum Beispiel. Keiner könne es nachvollziehen. Aber sie störe es. Selbst Models oder Marathonläuferinnen kämen zu ihm.

Unnatürliche Brustimplantate

Im Wesentlichen gehe es um eine „dezente Änderung“, die von den Angehörigen kaum wahrgenommen werde. Die Exzesse, bei denen sich Frauen wieder und wieder chirurgisch behandeln lassen, um das Altern aufzuhalten, will Roth nur aus den Medien kennen. Unnatürliche Implantat-Größen a la Pamela Anderson „gibt’s so gut wie gar nicht“.

Der Mann als Patient sei komplizierter. „Er will Perfektion.“15 Prozent seiner Kundschaft sei männlich. Im Wesentlichen gehe es um Nasenkorrekturen, zum Beispiel nach Sportunfällen. Dann fertigt der Schönheitsarzt ein 3D-Modell. „Aber nur weil einem ein Bild gefällt, sollte man sich nicht operieren lassen.“ Dann gilt wieder: „Im Zweifel nie.“

Fakten

  • Plastische Chirurgie ist kein Wellness-Spaß. Da geht Dr. Georg Roth sehr selbstkritisch mit der eigenen Zunft um.
  • Roth lernte in China und Brasilien und arbeitete in zwei Kliniken als Unfallarzt. Aber selbstständig zu arbeiten, sei „immer ein Traum“ für ihn gewesen.
  • Nach dem Wegzug der ästhetischen Chirurgie von Mang Medical One blieb Roth an der Wittekindstraße. „Ich glaube an den Standort Dortmund“, sagt der Facharzt, der auch als Belegarzt in der Grönemeyer Klinik in Bochum tätig ist.


    Info: www.dr-georg-roth.de