Das aktuelle Wetter Dortmund 13°C
Standort-Suche

Dortmunder Schlagermuseum will in die Hörder Burg ziehen

08.11.2012 | 21:00 Uhr
Dortmunder Schlagermuseum will in die Hörder Burg ziehen
Dr. Ingo Grabowsky und Nils Jo Jantoß wollen in der Hörder Burg das europäische Schlagermuseum eröffnen.Foto: WAZ-Fotopool/Franz Luthe

Dortmund.   Seit über zwei Jahren sucht der Verein nach einem Standort – jetzt scheint ein passender gefunden: Das Europäische Schlagermuseum will in der Hörder Burg eröffnen. Die Stadt als Eigentümerin hat sich noch nicht konkret zu der Idee geäußert.

Seit über zwei Jahren sucht der Verein nach einem Standort – jetzt scheint ein passender gefunden: Das Europäische Schlagermuseum will in der Hörder Burg eröffnen. Die Stadt als Eigentümerin hat sich noch nicht konkret zu der Idee geäußert. Aber eigentlich will sie das Gebäude verkaufen.

Die Hörder Burg und die Stadt

 

  • Ende 2006 hat das „Sondervermögen Grundstücks- und Vermögensverwaltungsfonds Dortmund“ die Hörder Burg gekauft.
  • Zuvor hatte ein Privatmann versucht, das Gebäude zu vermarkten.
  • Zu Stahlwerk-Zeiten war in der Burg die Hoesch-Verwaltung untergebracht.
  • Das 800 Jahre alte Gebäude ist von außen saniert — von innen ist eine Renovierung nötig.
  • Derzeit wird die Burg kleinteilig von verschiedenen Büros, Ateliers etc. genutzt.
  • Als Nutzung war schon einmal ein Hotel angedacht . Die Idee scheiterte unter anderem am Denkmalschutz.
  • Derzeit gibt es laut Aussagen der Stadt verschiedene Kaufinteressenten.
  • Der nächste Versuch, das Gebäude zu verkaufen (Stichwort "Interessenbekundungsverfahren") soll 2013 starten.
  • Das Museum ist an der Anmietung etwa eines Drittels der Fläche von 5000 Quadratmetern interessiert.

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass Dr. Ingo Grabowsky mit seiner Idee eines Dortmunder Schlagermuseums erstmals an die Öffentlichkeit trat. Inzwischen hat sich viel getan: Die Ausstellung „Schlager! – eine musikalische Zeitreise von A bis Z“ ist auf Wanderschaft gegangen, der Verein „Europäisches Schlagermuseum“ wurde gegründet, die ersten Gelder wurden eingeworben. Und nach langer Standort-Suche meint der der Kulturwissenschaftler, nun auch einen geeigneten Standort gefunden zu haben: die Hörder Burg. Grabowsky und der Vereins-Vorsitzende Nils Jo Jantoß erklären ihr Vorhaben.

Braucht Dortmund wirklich noch ein Museum?

Klar, meint Ideengeber Grabowsky. „Das Schlagermuseum soll ja nicht in der Kreisklasse spielen, sondern in der Champions League. Und je mehr Museen dieser Art es in einer Stadt gibt, desto besser.“ Die Häuser beflügeln sich gegenseitig – wie in den typischen Museumshochburgen wie Berlin auch. Und mit dem neuen DFB-Fußballmuseum gebe es dann schon zwei pop-kulturelle „Leuchttürme“ in der Stadt.

Und der Standort Dortmund ist für die Beiden Ehrensache: „Zum Einen, weil wir selbst aus Dortmund kommen und die Stadt stärken wollen“, sagt Grabowsky. „Zum Anderen, weil Dortmund eine starke Schlagertradition hat.“ Schon in den 20ern sei die Stadt ein Zentrum des deutschen Schlagers gewesen. Alles, was Rang und Namen hat, ist schon hier aufgetreten. Dortmund hat dadurch bei Szene-Kennern einen Ruf als Schlagerstadt . Daher stehe fest: Ein Schlagermuseum dürfe man nur in Dortmund ansiedeln.

Ist ein Schlagermuseum publikumswirksam genug, um sich selbst zu tragen?

Da sind sich die Initiatoren sicher. Bester Beweis: Dr. Grabowsky hat an vier Schlagerausstellungen im Bonner Haus der Deutschen Geschichte mitgearbeitet – und alle waren die mit Abstand erfolgreichsten des Jahres. Schlager sei eben ein Massenphänomen, dass anders als oft behauptet auch vor jungen Menschen nicht Halt mache. Bei Großveranstaltungen wie „Dortmund Olé“ im Westfalenpark sehe man das ganz deutlich.

Außerdem habe man neben dem klassischen Museumspublikum auch eine andere Zielgruppe im Blick: Migranten. Es soll ja ein Museum des europäischen Schlagers werden – und macht daher auch vor Eros Ramazotti, Julio Iglesias und dem russischen nicht Halt.

  1. Seite 1: Dortmunder Schlagermuseum will in die Hörder Burg ziehen
    Seite 2: Woher stammen die Exponate – und sind die nur zum Angucken da?

1 | 2



Kommentare
Aus dem Ressort
Zwei Tote bei Ferrari-Unfall auf der A40 in Dortmund
A40-Unfall
Auf der A40 in Dortmund ist am frühen Sonntagmorgen ein Ferrari ausgebrannt. Die Beifahrerin kam in den Flammen um, der Fahrer starb im Krankenhaus. Der Italiener hatte in einer langgezogenen Kurve die Kontrolle über den Wagen verloren — nur wenige Meter hinter einer Tankstelle.
Tana-Schanzara-Preis an Kai Magnus Sting
Bei Kabarettfestival...
Die Entscheidung ist gefallen: Der Tana-Schanzara-Preis, der im Rahmen des Kabarett-Festivals Ruhrhochdeutsch verliehen wird, geht in diesem Jahr an den Kabarettisten Kai Magnus Sting. Verliehen wird der Preis am 21. September im Spiegelzelt an der Westfalenhalle.
Continental-Mitarbeiter kämpfen in Dortmund um ihre Jobs
Automobilzulieferer
Beim Dortmunder Automobilzulieferer Continental Automotive ist die erste Entlassungswelle angelaufen. Nicht alle der betroffenen 65 Mitarbeiter wollen sich damit abfinden. Eine Montagehelferin beispielsweise reichte Klage ein. Jetzt ist das Arbeitsgericht am Zug. Eine Einigung ist nicht in Sicht.
Conti-Mitarbeiter kämpfen in Dortmund um ihre Jobs
Automobilzulieferer
Beim Dortmunder Automobilzulieferer Continental Automotive ist die erste Entlassungswelle angelaufen. Doch nicht alle der betroffenen 65 Mitarbeiter wollen sich damit abfinden. Jetzt ist das Arbeitsgericht am Zug. Eine Einigung ist nicht in Sicht.
Polizei räumt besetzte Kirche in Dortmunder Nordstadt
Polizei-Aktion
Die Dortmunder Polizei räumt eine besetzte Kirche in Dortmunds Nordstadt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft geht es darum, Hinweise auf Personen zu finden, die am Wochenende Steine auf Polizisten und Demonstranten geworfen haben sollen. Wegen der Aktion ist die Enscheder Straße gesperrt. 
Fotos und Videos
Der Heidemarkt im Rombergpark
Bildgalerie
Fotostrecke
Feuerwehrfest in Persebeck
Bildgalerie
Fotostrecke
Schlagerparty
Bildgalerie
Fotostrecke