Dortmunder Polizisten wurden mit Böllern attackiert

In der Silvesternacht wurde wieder überall geknallt.
In der Silvesternacht wurde wieder überall geknallt.
Was wir bereits wissen
In der Silvesternacht wurden in Dortmund Polizisten gezielt von Neonazis mit Böllern beworfen. Ein Rechtsextremist wurde in Gewahrsam genommen.

Dortmund.. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst rutschten in Dortmund mit viel Arbeit ins neue Jahr. 2015 startete aber mit weniger Einsätzen als sonst. Durch einen Querschläger wurde ein Kind am Kopf verletzt. 40 Schlägereien und drei größere Brände in der Nacht sowie Unfälle auf glatten Straßen in den frühen Morgenstunden - so die Dortmunder Silvester-Bilanz. Auch auf den Entsorger EDG kommt viel Maloche zu.

Laut Feuerwehr sei ein Kind von einem Böller-Querschläger am Kopf getroffen und verletzt worden - einer von 168 Silvester- und Neujahrs-Einsätzen für den Rettungsdienst in der Stadt. Im Einsatz waren auch Freiwillige Feuerwehren. Die Feuerwehr wurde in der Nacht zu 38 Einsätzen gerufen. Der Rettungsdienst leistete in 168 Notfällen Hilfe. Alkoholkonsum, Stürze und Schlägereien waren die Gründe für die Notrufe.

Polizisten mit Böllern angegriffen - Neonazi in Gewahrsam genommen

Gegen 00.40 Uhr wurde die Polizei wegen eines brennenden Fahrrades zum Wilhemlplatz in Dorstfeld gerufen. Vor Ort wurden die Beamten, laut Polizeimeldung, unvermittelt von etwa 15 bis 20 Personen angegriffen und gezielt mit Feuerwerkskörpern beworfen. Die Polizei zog weitere Kräfte zusammen. Niemand sei verletzt worden. Eine Person, die laut Polizei, zur rechten Szene gehört, wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen. Der Staatsschutz ermittelt.

Unfälle durch Straßenglätte

"Im Vergleich zu einem Samstag war das nicht deutlich mehr", lautet die Bilanz der Polizei aus der Nacht zum Neujahrs-Tag. Andreas Weiß, Dienstgruppenleiter auf der Leitstelle im Präsidium: "Mit 40 Körperverletzungen und 20 Sachbeschädigungen waren das zwischen 22 und 6 Uhr die silvestertypischen Einsätze." Am Neujahrsmorgen ereigneten sich auf glatten Straßen mehr Unfälle als sonst. Es blieb allerdings bei Blechschäden.

Silvester-Bilanz Die Bundespolizei berichtet von einer relativ ruhigen Silvester-Nacht. Laut Polizeisprecher Volker Stall sorgten Betrunkene und Taschendiebe für mehrere Einsätze. Darunter auch ein Einsatz um 22.50 Uhr im Dortmunder Hauptbahnhof. Dort hatte ein 24-jähriger Hobby-Pyrotechniker einen "Rauchtopf" entzündet und damit den Bahnhof eingenebelt. Der junge Mann wollte flüchten, als die Bundespolizisten ihn erkannt hatten. Nach der Festnahme entdeckten die Polizisten durchgängig verbotene Knaller und Fackeln, darunter 46 "Polenböller". Gegen 20 Uhr hatte ein Mann im Hauptbahnhof einen Böller auf eine 19-jährige Düsseldorferin geworfen. Die Fellweste der Frau geriet dadurch in Brand. Die Frau erlitt eine leichte Verletzung an der Hand.

Drei größere Brände - Mieter mussten Wohnung verlassen

Silvestertypisch waren auch die drei größeren Brandeinsätze der Feuerwehr im Clarenberg in Hörde, im Friedrich-Henkel-Weg in Dorstfeld und an der Rheinischen Straße im Unionviertel in der Innenstadt. In Hörde und in Dorstfeld waren Balkon-Brände in die Wohnungen durchgedrungen, in der Rheinischen Straße brannte eine Dachgaube. Martin Rammelmann von der Feuerwehr geht davon aus, dass Feuerwerkskörper die Brände ausgelöst haben.

Die Folgen sind für die Nachbarn aus dem Clarenberg in Hörde besonders schwer: Die Räume der Wohnung in der fünften Etage sind nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner mussten noch in der Nacht umziehen. Das Feuer war um 0.35 Uhr ausgebrochen. Die Feuerwehr musste auch Mieter aus einer darüber liegenden Wohnung retten, da Rauch in ihre Räume eingedrungen war. Brandrauch ist giftig und kann lebensgefährlich sein.

Drei weitere Hochhaus-Wohnungen wurden von der Feuerwehr genauer untersucht, da auch dort Rauch eingedrungen war. Die Nachbarn hatten Glück - sie konnten schnell wieder in die Wohnungen zurück. Sie müssen jetzt kräftig lüften, um den typischen Brandgeruch herauszubekommen.

Böllerreste kleben auf nassen Straßen

Auf den Straßen in den Außenbezirken und in der Innenstadt liegt viel Arbeit für die Straßenreiniger der Entsorgung Dortmund (EDG). Sie müssen in den nächsten Tagen die Böllerreste der Feiernden auflesen. Auf den nassen Straßen haften die Papierreste der Böller und Raketen besonders "gut". Anwohner können helfen, indem sie die Reste auf den Straßen schon einmal zusammenfegen.