Dortmunder Polizei-Reiter ziehen nach Bochum um

Die berittene Polizei zieht von Düsseldorf und Dortmund nach Bochum um.
Die berittene Polizei zieht von Düsseldorf und Dortmund nach Bochum um.
Foto: Dieter Menne
Was wir bereits wissen
Dortmund verliert seine Polizei-Reiter. Die Landesreiterstaffeln ziehen von Düsseldorf und Dortmund nach Bochum. Der Umzug soll bis 2021 vollzogen sein. Eingesetzt werden die Berittenen hauptsächlich bei Demonstrationen und Fußballspielen. Es ist nicht der erste Abschied der Pferde aus Dortmund.

Dortmund.. Bisher waren die zwei Landesreiterstaffeln der Polizei in Dortmund und Willich bei Düsseldorf stationiert. Jetzt sollen sie nach Bochum umziehen. Das teilte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) als Antwort auf eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Theo Kruse (CDU) mit.

Da die Reiterstaffel meist zusammen mit der Bereitschaftspolizei bei Großeinsätzen wie Demonstrationen oder Fußballspielen eingesetzt wird, sei es sinnvoll, die Einheit dort zu stationieren, wo auch Abteilungen der Bereitschaftspolizei sitzen. Von diesen Abteilungen gibt es in NRW drei Stück, davon ist Bochum die zentralste. Deshalb werden die beiden Landesreiterstaffeln jetzt zusammengelegt und organisatorisch an das Polizeipräsidium Bochum angebunden.

"Pferde sind für Demos unverzichtbar"

"Die Zentralisierung ist keine Kostenfrage, dabei geht es allein um polizeitaktische Erwägungen", sagt Wolfgang Beus, Sprecher des Innenministeriums NRW für Polizeiangelegenheiten. Dennoch spricht Innenminister Ralf Jäger in seiner Antwort auf die Kleine Anfrage von einer "Anpassung der erforderlichen Personalstärke und der Anzahl der vorzuhaltenden Dienstpferde". Bisher bestanden die Reiterstaffeln aus jeweils 20 Pferden und 25 Reitern.

Die Reiterstaffel der Polizei NRW wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Landesregierungen abgeschafft und dann wieder eingesetzt. 2003 wurde die Reiterstaffel schon einmal abgeschafft, aus Kostengründen. Damals gab es im Land noch zwölf Staffeln. 2006 wurden die Landesreiterstaffeln wieder eingeführt, aber nur mit den beiden Standorten in Düsseldorf und Dortmund. "Die Pferde sind bei großen Demonstrationseinsätzen unverzichtbar", sagt Wolfgang Beus.

Allein die Größe der Tiere flößt Respekt ein und sorgt für einen taktischen Vorteil der Polizei bei Demonstrationen oder Fankrawallen. Die Polizei-Pferde sind besonders geschult, bleiben auch in chaotischen Situationen ruhig. Auf ihrem Rücken haben die Beamten einen guten Überblick über das Geschehen.

Geeigneter Standort wird noch gesucht

Im NRW-Innenministerium wurde bisher nur der grundsätzliche Entschluss zum Umzug der Reiterstaffeln getroffen. "Jetzt gilt es, diese Grundsatzentscheidung umzusetzen", sagt Wolfgang Beus. Für die Durchführung des Umzugs nach Bochum ist dann das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg zuständig.

Wann der Umzug beginnen soll, ist noch unklar. Fest steht nur, dass er bis 2021 abgeschlossen sein soll. Wohin nach Bochum es genau geht, ist noch nicht entschieden. "Wir suchen noch nach einem geeigneten Standort", sagt Wolfgang Beus. Gesucht werden Ställe für die Pferde und Unterkünfte und Büros für die Beamten.

In Dortmund wurden die Berittenen hauptsächlich bei Großeinsätzen wie Demonstrationen oder Fußballspielen eingesetzt. "Streifendienst hat die Reiterstaffel in Dortmund nicht gemacht", sagt Gunnar Wortmann, Sprecher des Polizeipräsidiums Dortmund. Ob es in Zukunft die sogenannten Kontingenteinsätze der Polizei-Reiter in Parks oder beim Weihnachtsmarkt noch geben wird, kann Gunnar Wortmann derzeit noch nicht sagen.