Dortmunder Neonazis nach Rathaussturm freigesprochen

Rechtsradikale haben versucht, die Wahlparty im Dortmunder Rathaus zu stürmen.
Rechtsradikale haben versucht, die Wahlparty im Dortmunder Rathaus zu stürmen.
Foto: Oliver Schaper
Was wir bereits wissen
Am Montag standen drei Neonazis vor dem Amtsgericht Dortmund. Sie sollen einen SPD-Politiker angegriffen haben - das ließ sich nicht beweisen.

Dortmund.. Drei Dortmunder Neonazis standen am Montag wegen des Sturms auf das Dortmunder Rathaus vor Gericht. Ihnen wurde zur Last gelegt, den SPD-Politiker Dirk Sanke angegriffen, geschlagen, getreten und zu Boden geschubst zu haben. Sanke hatte damals nach eigenen Angaben immer wieder lautstark den Slogan "Nazis raus" gerufen. Daraufhin war er angegriffen worden. "Die sind auf mich zugekommen und wollten mich einschüchtern", sagte der 51-Jährige bei seiner Zeugenvernehmung vor dem Dortmunder Amtsgericht. Dann sei er auch schon vor einen Pfeiler geschubst worden und zu Boden gegangen. Einen der Angeklagten hat Sanke im Gerichtssaal als Täter wiedererkannt - die anderen beiden nicht.

Das Verfahren endete nun mit einem Freispruch. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Wickede hatte die Angeklagten zwar kurz nach der Tat auf einem Foto identifiziert. Im Prozess konnte er jedoch nicht sagen, woran er sie damals überhaupt erkannt haben will. Als die Richter nach persönlichen Merkmalen fragten, musste der 51-Jährige passen.

Dabei hatte einer der Angeklagten sogar eine große Tätowierung am Hals. Für eine Verurteilung war das den Richtern am Ende zu wenig. Die Angeklagten hatte sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen geäußert.

22 Monate Haft für anderen Neonazi

In der vergangenen Woche war der Neonazi Daniel Grebe, der für die rechtsradikale Splitterpartei "Die Rechte" in der Bezirksvertretung Scharnhorst sitzt, unter anderem wegen seiner Rolle beim Rathaussturm zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

An besagtem Abend im Mai 2014 soll Grebe eine Bierflasche in eine Menschengruppe geworfen haben, die sich gegen die vor dem Rathaus erschienenen Neonazis gestellt hatte. Ein Mann wurde von dem Wurfgeschoss getroffen und erlitt eine blutende Platzwunde.