Dortmunder Neonazis hetzen auf Facebook gegen Bahn-Security

Ein 23-jähriges Mitglied der vierköpfigen Gruppe soll die Sicherheitsleute mit Pfefferspray angegriffen haben.
Ein 23-jähriges Mitglied der vierköpfigen Gruppe soll die Sicherheitsleute mit Pfefferspray angegriffen haben.
Was wir bereits wissen
Auf Facebook kursiert ein Video eines angeblichen Übergriffs von Security-Mitarbeitern am Dortmunder Bahnhof. Doch so klar ist der Fall wohl nicht.

Dortmund.. Auf Facebook sorgte an den Ostertagen ein Video für Furore, das einen vermeintlichen brutalen Übergriff von Mitarbeitern des Bahn-Sicherheitsdienstes auf dem Vorplatz des Dortmunder Hauptbahnhofs zeigt. Angeblich seien unbeteiligte Passanten von dem Security-Personal angegriffen worden.

Dabei betonen die Autoren immer wieder, dass das Sicherheitspersonal offenbar ausländische Wurzeln habe. Das Video wurde ausgerechnet durch ein von Dortmunder Neonazis betriebenes, rechtsradikales Internet-Portal verbreitet.

Jetzt hat die Polizei Stellung zu dem Video bezogen - und stellt den Sachverhalt völlig anders dar.

Rechtsradikale Demnach sei es am 4. April zu einem Körperverletzungsdelikt auf dem Bahnhofsvorplatz gekommen. Nach ersten Erkenntnissen, Zeugenaussagen und Vernehmungen habe sich der Vorfall jedoch anders ereignet als auf der rechtsradikalen Online-Seite dargestellt.

19-Jährigen geschubst

Gegen halb eins in der Nacht haben sich laut Polizei eine 23-jährige Oberhausenerin und ihr 19-jähriger Begleiter aus Eutin vor dem Hauptbahnhof aufgehalten. Aus dem Bahnhof kommend näherten sich nach Darstellung der Polizei vier Männer, von denen ein 27-jähriger Dortmunder den 19-Jährigen grundlos geschubst und mit "Antifa" angesprochen habe. Die Mitarbeiter des Bahn-Sicherheitsdienstes hätten die Situation erkannt und seien eingeschritten, um eine Auseinandersetzung zu verhindern.

Ein 23-jähriges Mitglied der vierköpfigen Gruppe habe die Sicherheitsleute mit Pfefferspray angegriffen. Die von den Bahn-Mitarbeitern gerufene Polizei fand auch bei anderen Mitgliedern der Gruppe Pfefferspray. Ein 25-Jähriger habe außerdem noch eine Seenotfackel dabei gehabt.

Laut Polizeimitteilung mussten die Mitarbeiter des Bahn-Sicherheitsdienstes zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus.

Polizeibekannte Rechtsextremisten

Ein 25-jähriges Mitglied der Vierer-Gruppe hatte den Vorfall mit seinem Handy gefilmt und sich dabei als Pressevertreter ausgegeben. Wie die Polizei mitteilt, sind er und seine drei Begleiter der Polizei "als politisch motivierte Straftäter bekannt und/oder dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen."

Die Polizei besorgte sich einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung des 25-Jährigen. Bei der Wohnungsdurchsuchung, die der Mann laut Polizei "bereits erwartet hatte und dementsprechend vorbereitet war", stellten die Beamten Datenträger sicher. Die werden derzeit ausgewertet. Der Staatsschutz der Dortmunder Polizei ermittelt. (str)