Dortmunder Lehrer trat bei Pro NRW auf

Anhänger der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW protestierten am Samstag in Köln gegen die Kundgebung der Salafisten.
Anhänger der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW protestierten am Samstag in Köln gegen die Kundgebung der Salafisten.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Ein Dortmunder Lehrer ist bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „pro NRW / pro Köln“ aufgetreten. Er habe mehr Angst „vor Islamisten als zum Beispiel vor Nazis“, erklärte er dort. Die Bezirksregierung Arnsberg prüft jetzt, ob der Lehrer gegen Beamtenrecht verstoßen hat.

Dortmund.. Mit seinem Auftritt bei einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Bürgerbewegung „pro NRW / pro Köln“ am Wochenende in Köln ist ein Dortmunder Gymnasiallehrer in die Schlagzeilen geraten. „Wir nehmen den Vorfall sehr ernst und haben die Ermittlungen aufgenommen“, so Dr. Christian Chmel, Pressesprecher der Bezirksregierung in Arnsberg. Man werde den 32-Jährigen auffordern, sich schriftlich zu den Vorwürfen zu äußern.

Salafisten Auf Videos im Internet ist die Rede des Politiklehrers zu sehen. Er outet er sich eingangs als Vertreter des linken Lagers und erklärt, dass er sich einmal angucken wollte, „ob ich hier nicht besser aufgehoben“ sei als anderswo. Als bekennender Homosexueller in Deutschland habe er mehr Angst „vor Islamisten als zum Beispiel vor Nazis“. Er sei so oft von Islamisten bedroht worden. „Islamistische Eltern wollen Schulunterricht beeinflussen.“ Das könne er als Lehrer auch so sagen.

„Hier erlebe ich friedliche, tolerante Menschen“

Er habe die Erfahrung gemacht, dass der Islamismus die größere Gefahr ist und „der Rechtsextremismus das ist, was alle einfach blind bekämpfen, ohne zu reflektieren“. Er sei kein Wähler von Pro Köln. Aber: „Hier erlebe ich friedliche, tolerante Menschen“. Er werde nach wie vor die Grünen wählen, finde es aber gut, dass andere Themen aufgegriffen werden als die Grünen es tun.

Der Pressesprecher aus Arnsberg sagte, dass man prüfe, ob der Lehrer gegen Beamtenrecht verstoßen habe. „Wie gesagt, wir nehmen die Sache sehr ernst“, so Dr. Chmel. Die Meinungsfreiheit eines Beamten sei anders zu beurteilen als die eines Menschen mit einem anderen Beruf.