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Evangelische Kirche

Dortmunder Kirchenkreise stehen vor Fusion

09.02.2012 | 18:50 Uhr
Dortmunder Kirchenkreise stehen vor Fusion
Der Chorraum der Reinoldikirche muss für ca. 800.000 Euro restauriert und renoviert werden. Pfarrer Michael Küstermann erläuert am Mittwoch, 18. Januar 2012, die Investionssumme und bittet um Spenden.Foto: Franz Luthe

Dortmund.Die evangelische Kirche in Dortmund und Lünen steht vor der größten Strukturreform ihrer Geschichte. Der seit vielen Jahrzehnten bestehende Verband aus zunächst fünf und derzeit vier Kirchenkreisen soll zum 1. Januar 2014 zu einem einzigen Kirchenkreis für Dortmund und Lünen fusionieren - mit teils erheblichen Auswirkungen auf die Besetzung der Kirchengremien.

Berechnungen zufolge soll die Zahl der überwiegend ehrenamtlichen Mandate in den Kirchenparlamenten (Kreissynoden) und den angegliederten Ausschüssen auf rund 300 halbiert werden. Eine Gefährdung bestehender Arbeitsplätze wird ausdrücklich ausgeschlossen.

Der künftige „Evangelische Kirchenkreis Dortmund“ - die Protestanten in Lünen haben auf Erwähnung ihres Stadtnamens verzichtet - wird mit rund 225.000 Mitgliedern (darunter 188.000 aus Dortmund) zwar der größte Kirchenkreis in Westfalen sein. Tatsächlich aber hat die Fusion nichts mit Wachstum zu tun, sondern ist vielmehr dem erheblichen Rückgang an Kirchenmitgliedern in der Vergangenheit geschuldet.

Das Rad der Geschichte zurückgedreht

Einen einzigen Kirchenkreis für beide Städte gab es bis 1960 nämlich schon einmal. Der war damals auf 452.000 Mitglieder, 57 Gemeinden und 105 Gemeindepfarrer angewachsen. Um dieses Großgebilde besser verwalten zu können, suchte die Kirche ihr Heil in einer Aufteilung in zunächst fünf Einzelkreise. Inzwischen aber hat sich nicht nur die Zahl der evangelischen Christen halbiert, sondern auch die der einzelnen Pfarrgemeinden: von 57 auf aktuell 29.

Gewissermaßen also dreht die Kirche nun das Rad der Geschichte zurück. Doppelstrukturen sollen wegfallen, die Verwaltungsarbeit verschlankt werden. Insgesamt erhofft man sich davon, dass mehr Kapazitäten für die Arbeit vor Ort in den Gemeinden frei werden, wie VKK-Vorsitzender Paul-Gerhard Stamm es in einer Mitteilung formuliert.

Die jetzt beschlossene Fusion fällt übrigens keineswegs vom Himmel. Sie wird seit zehn Jahren auch auf Gemeindeebene diskutiert. Zuletzt wurde eine Steuerungsgruppe beauftragt, ein Modell zu erarbeiten - mit Pilotcharakter für andere Kirchenkreise.

Auswirkungen hat die Fusion auch auf die Kirchenleitung. Ab 2014 soll es nur noch einen Superintendenten für ganz Dortmund und Lünen geben, statt wie bislang vier.

Michael Kohlstadt

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