Dortmunder Kinderklinik meldet mehr junge Komasäufer

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich betrinken, ist erschreckend hoch.
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die sich betrinken, ist erschreckend hoch.
Foto: ddp
Die Dortmunder Kinderklinik meldet immer mehr junge Alkohol-Opfer, darunter sogar 12- und 13-Jährige mit zwei Promille im Blut. Klinik-Direktor Prof. Dominik Schneider: „Wir haben steigende Zahlen.“ Besonders übel stößt dem Klinik-Chef allerdings das Desinteresse der alarmierten Eltern auf.

Dortmund.. Da wollte die DAK mal eine erfreuliche Meldung an den Jahresbeginn stellen. Doch die Kinderklinik muss noch vor der Veröffentlichung korrigieren. „In Dortmund nimmt die Zahl der jugendlicher Komasäufer ab“, berichtet die DAK und führt das nicht zuletzt auf eine Kampagne bei Kindern und Jugendlichen zurück. Die DAK bezieht sich bei ihrer Positiv-Meldung auf Zahlen aus dem Jahr 2010. In jenem Jahr seien 270 Jugendliche in Dortmund mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Laut offizieller Landesstatistik habe die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2009 um 10,3 Prozent abgenommen.

Kinderklinik-Direktor Prof. Dominik Schneider dementiert: „Wir haben über viele Jahre leider steigende Zahlen.“ Für das erste Halbjahr des abgelaufenen Jahres stelle er wieder eine Steigerung bei jungen Alkohol-Opfern fest.

Mehr Aufnahmen wegen Alkohol-Missbrauchs

Die Kinderklinik nehme im Jahr 150 Kinder und Jugendliche wegen Alkohol-Konsums auf. Besonders bedrücken ihn die Fälle der Kinder, in deren Hände überhaupt noch kein Alkohol gehört. Er denkt an die Fälle der 12- und 13-Jährigen mit zwei Promille im Blut. Es handele sich um über 50 Kinder, die noch überhaupt keinen Alkohol trinken dürften. Das sei ein „Skandal“, so Schneider.

Bei den jüngsten "Schnaps-Leichen" sei der Anteil der Mädchen deutlich höher - etwa 2:1. Er frage sich, wie die Minderjährigen überhaupt an Hochprozentiges kämen.

Klinik-Chef bemängelt Desinteresse

„Die wissen ganz genau, was sie da trinken“, weiß Schneider aus Berichten von Wodka-Partys, die aus dem Ruder laufen. Wirklich bedenklich werde es, wenn ein Kind zum zweitenmal an der Beurhausstraße aufschlage.

Zu den alarmierten Eltern merkt der Klinik-Chef an: „Desinteresse stößt uns auf.“ Positives könne er über die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sagen, wenn dort gemeinsam Vermeidungsstrategien entwickelt werden.

Fazit: Schneider würde es freuen, wenn es einen Jahresbeginn mit einer guten Nachricht zu weniger jungen Komasäufern gäbe. In 2013?