Dortmunder Envio-Bürgerinitiative sieht Nachholbedarf bei Skandal-Bewältigung
24.06.2011 | 19:15 Uhr 2011-06-24T19:15:00+0200
Dortmund-Hafen.Eine gespaltene Bilanz zieht die Bürgerinitiative zur Aufklärung des Dortmunder PCB-Skandals bei der Firma Envio ein Jahr nach ihrer Gründung.
Man könne auf eine recht erfolgreiche Arbeit zurückblicken, resümieren die Mitglieder. Allerdings gebe es bei der Bewältigung des Skandals durch die Behörden noch erheblichen Nachholbedarf. „Einige unserer Forderungen wurden erfüllt. Viele sind jedoch nach wie vor aktuell“, heißt es in einer Mitteilung.
Das Einjährige des Skandals ist für die BI Anlass genug, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. So hält die BI nach wie vor die Einbeziehung externen Sachverstands bei den Fachgesprächen für nötig. Sie fordern die Teilnahme des international bekannten PCB-Experten Michael Müller oder eines seiner Kollegen.
Zudem hält die BI die Errichtung einer Vergleichsgruppe im Gesundheitsbetreuungsprogramm aus Stadtteilbewohnern und die Aufstockung des Programms für die gesundheitlich betroffenen Hafenarbeiter für dringend geboten. Auch die Staatsanwaltschaft wird erneut aufgefordert, die Verantwortlichen strafrechtlich konsequent zu verfolgen. Zumindest diese Forderung ist mit der aktuellen Anklage gegen Envio-Chef Neupert erfüllt.
Sanierung der Envio-Fläche im Dortmunder Hafen vorrangig
Im Blickpunkt der BI steht auch die Sanierung der Fläche an der Kanalstraße.Beim letzten entsprechenden Fachgespräch wurde angekündigt, die Ausschreibungen für die nötigen Arbeiten auf den Weg zu bringen. Allerdings wurde auch deutlich, dass sich diese Verfahren aufgrund ihrer komplexen Natur bis in den Spätsommer oder Herbst hinziehen könnten.
Die BI werde auf jeden Fall einen genauen Blick auf die Einhaltung der Sanierungsstandards haben. Eine unsachgemäße Entfernung des Materials würde zur Aufwirbelung der PCB-verseuchten Stäube führen, so die BI. Auf dem von Regierungspräsidenten Gerd Bollermann veranstalteten Sanierungsfachgespräch vor einigen Wochen wurde allerdings schon deutlich gemacht, dass hohe Sicherheitsstandards nötig seien.
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