Dortmunder Busbegleiter bald mit Reizgas
14.03.2009 | 09:25 Uhr 2009-03-14T09:25:00+0100Dortmund. Die Sicherheitskräfte in den Dortmunder Nacht-Express-Bussen sollen zukünftig mit Reizgas ausgestattet ihren Dienst versehen. Das haben die Stadtwerke mitgeteilt. Die Maßnahme kommt einige Wochen, nachdem ein Fahrgast brutal zusammengeschlagen wurde.
Nein, mit Schlagstöcken werden die von den Dortmunder Stadtwerken beauftragten Sicherheitskräfte nicht im Bus unterwegs sein. Wohl aber mit Reizgas. Mit dieser Maßnahme reagieren die Dortmunder Stadtwerke (DSW) auf die Vorkommnisse in der Nacht zum 14. Februar, als ein Fahrgast nach Verlassen des Nacht-Express an der Von-der-Tann-Straße von drei weiteren Aussteigern zusammengeschlagen worden war. Die Sicherheitsleute hatten die Schlägerei zwar mitbekommen, griffen aber nicht ein. Stadtwerke-Verkehrsvorstand Hubert Jung sprach gestern „von einem einzigartigen Vorfall in der 20-jährigen Geschichte des Nacht-Express.”
"Servicekraft für Schutz und Sicherheit"
Inzwischen haben sich die DSW-Akteure mit der beauftragten Sicherheitsfirma Gülich zusammengesetzt und geprüft, wie die 40 bis 50 Kräfte in den Nacht-Express-Bussen auf solche Attacken künftig vorbereitet werden können. Ergebnis: Sie sollen eine Extra-Schulung bekommen und sich mit Reizgas wappnen. - Spätestens ab 2010 soll nur noch Sicherheitspersonal unterwegs sein, das eine anerkannte Berufsausbildung hat, die sich „Servicekraft für Schutz und Sicherheit” nennt. Darin enthalten: der Umgang mit Reizgas.
Für den DSW-Verkehrsvorstand ist klar, dass der Einsatz von Reizgas auch in einem Notfall nur das letzte denkbare Mittel sein darf - „und dessen Anwendung in geschlossen Räumen äußerst problematisch ist.” Zur Erinnerung: Der Überfall an der Von-der-Tann-Straße hatte sich bekanntlich draußen abgespielt. Was, wenn sich der nächste Überfall ebenfalls nach Verlassen des Busses abspielt? Jung: „Die Service-Kräfte werden zielführend eingreifen.”