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Landgericht

Dortmunder Amokfahrer (28) muss mehr als drei Jahre lang ins Gefängnis

14.02.2012 | 16:04 Uhr
Dortmunder Amokfahrer (28) muss mehr als drei Jahre lang ins Gefängnis

Dortmund.   Ein 28-Jährige Autofahrer, der am 24. Juni 2010 auf der Flucht vor der Polizei drei Dienstwagen rammte und mitten auf der Autobahn A 1 am Westhofener Kreuz wendete, muss drei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. So lautete am 14. Februar das Urteil des Landgerichtes.

Erst überfuhr er sieben rote Ampeln. Lieferte sich dann auf der A1 eine halsbrecherische Verfolgungsfahrt mit der Polizei , kollidierte dabei mit drei Polizeiwagen. Höhepunkt der Wahnsinnstour am 24. Juni 2010: Am Westhofener Kreuz wendete der 28-Jährige mitten auf der Autobahn und stieß dabei mit einem ahnungslosen Golf-Fahrer zusammen.

Gestern gab es vor der 39. Großen Strafkammer des Landgerichtes die Quittung für den Amokfahrer, der zwar wie ein Teufel Auto fährt, aber nie einen Führerschein gemacht hat: Wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und schweren Raubes – sechs Monate später überfiel er einen Kiosk in Hagen – muss der vorbestrafte Mann jetzt drei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. „Es ist ein Wunder, dass es keine Verletzten gab“, so der Vorsitzende Richter Peter Windgätter.

Vier Jahre Sperre der Fahrerlaubnis

In dieses Urteil flossen auch diverse bereits früher verhängte Strafen, die das Gericht aus juristischen Gründen zu zwei Gesamtstrafen – drei Jahre und acht Monate – zusammenfasste. Zusätzlich zur Haftstrafe verhängte die Kammer eine Sperre der Fahrerlaubnis für die nächsten vier Jahre.

Erst Tankrechnung nicht bezahlt, dann Gas gegeben

Während die Anklage ursprünglich von einem „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“ ausgegangen war, konnte dem 28-Jährigen nicht nachgewiesen werden, dass er sein Auto bei der Fluchtfahrt absichtlich als „Waffe“ einsetzte, wie auch Verteidiger Gerd Göckeler anmerkte. Vielmehr habe der Mann aus Panik vor der Polizei Gas gegeben – und das von Werne an der Lippe bis zum Westhofener Kreuz. In Werne hatte er damals getankt, ohne zu bezahlen. Als er daraufhin einen Polizeiwagen erblickte, sah der vorbestrafte Mann am Steuer rot – und gab ordentlich Gas.

Ahnungsloser Autofahrer wähnte sich im falschen Film

Jener Golffahrer, der damals ahnungslos über die A1 fuhr und mit dem Angeklagten zusammenstieß, wähnte sich am Westhofener Kreuz im falschen Film: Plötzlich Gegenverkehr und dazu noch eine ganze Armada von Polizeiwagen. Auf der „Sauerlandlinie“ (A 45) fasste die Polizei schließlich den Amokfahrer, der entstandene Schaden beträgt 11 000 Euro.

Kathrin Melliwa

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Kommentare
15.02.2012
13:20
Dortmund: Vorbestrafter, Räuber und Amokfahrer (28) muss mehr als drei Jahre lang ins Gefängnis
von heinrichh | #1

Wenn man die Überschrift liest meint man der Verureilte müsste wegen der Amokkfaht über 3 Jahre ins Gefängnis. Nein in dem Urteil sind noch ältere Gefängnisstrafen und ein schwerer Raub enthalten.

Wie sieht die Wirklichkeit in Dortmund aus. Ein vorbelasteter Raser in Dortmund komt mit 60 KmH in einer 30 KmH Zone ins schleudern, weil er die Vorfahrt missachtet, und tötet dabei ein 8 Monate altes Baby, das in einem Kinderwagenliegt, auf dem Gehweg,

Ein Mann ohne Führerschein nimmt in Dortmund einem jungen Motorradfahrer die Vorfahrt und tötet ihn. Nach der Verurteilung auf Bewährung fährt der Mann wieder ohne Führerschein. Für die Staatsanwaltschaft aber kein Grund einzuschreiten.

Oder ein 17jähriger wird nach einem Fest im Westfalenpark auf einem Gehweg von einem betrunkenen Autofahrer getötet. Bewährung.

1 Antwort
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von MarcMitus | #1-1

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