Dortmunder AfD-Vorstand tritt fast komplett aus

So sieht es auf der Kreisseite der AfD aus.
So sieht es auf der Kreisseite der AfD aus.
Foto: Screenshot: Dnaiel Müller
Was wir bereits wissen
Sieben von acht Mitgliedern des Dortmunder Kreisvorstands der Alternative für Deutschland (AfD) erklärten am Montagabend ihrenAustritt aus der Partei.

Dortmund.. Die auf dem Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) deutlich gewordene Spaltung der Partei in einen wirtschaftsliberalen und einen rechtskonservativen Teil wird auch für den Dortmunder Kreisverband zur Zerreißprobe: Sieben von acht Mitgliedern des Kreisvorstands erklärten am Montagabend ihren Rück- und Austritt aus der AfD.

Nur Bernd Hempfling trat vorerst nicht zurück. Schon vor dem Bundesparteitag am Wochenende in Essen hatte sich die Dortmunder Parteispitze um den Vorsitzenden Dr. Karl-Dieter Petri zum Großteil der "Weckruf"-Initiative des bisherigen Bundesvorsitzenden Bernd Lucke angeschlossen, der damit auf Distanz zu rechtspopulistischen Strömungen in der Partei ging.

"Rechtsruck wurde bestätigt"

"Der sich in Nordrhein-Westfalen bereits länger abzeichnende Rechtsruck der Partei wurde in Essen mit großer Mehrheit bestätigt", heißt es in einer Erklärung des zurückgetretenen Vorstands. "Dieser politische Richtungswechsel hin zum Deutsch-Nationalen und weg von der Idee der freien Nationen innerhalb eines gemeinsamen Europa wird von uns abgelehnt."

Was wird aus der Ratsfraktion?

Unklar ist, welche Folgen die Spaltungsentwicklung für die dreiköpfige Fraktion der AfD im Rat der Stadt hat. Der Fraktionsvorsitzende Heiner Garbe konnte den Parteitag urlaubsbedingt nur aus der Ferne verfolgen. Man werde erst in vier Wochen wieder zusammenkommen, erklärte er auf Anfrage.

Generell geht in der Fraktion die Tendenz zum Abwarten, betont Fraktionsgeschäftsführer und Ratsherr Peter Bohnhof. "Ich bin auch nicht sehr glücklich, wer da zum Teil gewählt wurde", erklärte Bohnhof mit Blick auf die Tatsache, dass sich auf dem Bundesparteitag in Essen am Wochenende der rechtskonservative Flügel durchgesetzt hat.

"Wir wollen aber abwarten, ob der neue Vorstand es schafft", die verschiedenen Meinungen zu integrieren. Man werde sich das "kritisch anschauen", so Bohnhof.