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Dortmund zweifelt am Notfall-Management des Landes

11.10.2012 | 17:49 Uhr
Dortmund zweifelt am Notfall-Management des Landes
Rettungsdienste und Feuerwehr kümmern sich an den Brüggmannhallen bei der Ankunft um die Flüchtlinge.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.  Köln hat ein Notquartier eingerichtet, mehrere hundert Flüchtlinge konnten am Donnerstag aus Dortmund dorthin verlegt werden. Das Land ist weiter hektisch auf der Suche nach Immobilien, um Flüchtlinge unterzubringen. Im Gespräch: Eine ehemalige Anlaufstelle für Flüchtlinge in Unna-Massen.

Hektische Betriebsamkeit in der ehemaligen Landesstelle Unna-Massen. Die seit Juni 2009 geschlossene zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge wird reaktiviert. Sie soll jetzt das Ventil sein, dass Dortmund entlastet .

Noch am Dienstag hatte man die leergezogenen Wohntrakte als Ausweichquartier ausgeschlossen; unter dem Druck der sprunghaft angestiegenen Zahlen von Asylbewerbern soll hier angeblich doch bis zum Wochenende übergangsweise für drei bis vier Wochen Platz geschaffen werden. Für bis zu 300 Menschen, hieß es von der Bezirksregierung.

Das DRK, das die Koordination übernimmt, sprach gestern nach einer Besichtigung von „maximal 50“. Gleichzeitig hat das Land die Stadt Köln angewiesen, sofort für weitere 200 Flüchtlinge eine Notunterkunft zu schaffen.

Windpocken-Erkrankungen verschärften die Krise

Damit entzerrt sich die Situation in Dortmund. Mehr als 1000 Asylbewerber waren hier innerhalb kürzester Zeit aufgelaufen und hatten die Grenze der Erstaufnahmeeinrichtungen in Hacheney und Derne gesprengt. Windpocken-Erkrankungen verschärften die Krise . Nach einem Aufnahmestopp hatte die Stadt die obdachlosen neu eintreffenden Flüchtlinge provisorisch in der Brügmann-Halle untergebracht.

Gestern hielten sich rund 850 Menschen in Hacheney auf; hier gilt nach wie vor Aufnahmestopp. In Derne befanden sich 260 Menschen; in der Sporthalle rund 220. Bereits gestern sollten 138 Flüchtlinge von Derne nach Hemer ausquartiert werden; weitere 130 Personen aus Derne sollen heute verlegt werden.

Die Stadt Köln schaffte kurzfristig eine Notunterkunft – sie fängt die zurzeit in der Dortmunder Sporthalle gestrandeten Flüchtlinge auf. 200 Menschen waren gestern auf dem Weg. Nicht genug, um das Notquartier gänzlich aufzulösen – zumal niemand vorhersagen konnte und kann, wieviele weitere Flüchtlinge in den nächsten Nächten kommen.

Vom Notfallmanagement des Landes wenig überzeugt zeigte sich Ordnungsdezernent Wilhelm Steitz, gestern Abend auf dem Weg nach Köln „um sich bei der Kollegin zu bedanken“: „Wir haben drei Tage gebraucht, um eine Immobilie zu finden und einzurichten – Derne. Wir haben es in drei Stunden geschafft, eine Notfallunterkunft zu schaffen, in den Brügmann-Hallen. Und das Land weiß seit Anfang September um die Situation und hat noch immer nichts geregelt gekriegt?“

Anja Schröder

Kommentare
14.10.2012
09:15
Dortmund zweifelt am Notfall-Management des Landes
von Starhemberg | #9

Laut WDR spricht die SPD im Fall der steigenden Asylbewerberzahlen vom Balkan von "organisierter" Zuwanderung.
Die Leute würden mit nicht halbaren...
Weiterlesen

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2012-10-11 17:49
Dortmund,Flüchtlinge,Migranten,Politik,Integration,Windpocken
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