Dortmund strotzt vor Kraft
12.04.2010 | 10:14 Uhr 2010-04-12T10:14:00+0200
Dortmund. Ohne Scheu vor Superlativen lobt die „Immobilien Zeitung” die Einkaufsstadt Dortmund über den grünen Klee. „Dortmund strotzt vor Kraft und Vitalität”, klotzt das Blatt, das als eine führende Fachzeitschrifte für die Immobilienwirtschaft in Deutschland gilt, in seiner jüngsten Ausgabe.
Das Fachmagazin "Immobilien Zeitung" stellt der Stadt Dortmund Bestnoten aus. Die Einkaufsstadt strotze "vor Kraft und Vitalität”, klotzt das Blatt, das als eine der führenden Fachzeitschriften für die Immobilienwirtschaft in Deutschland gilt, in seiner jüngsten Ausgabe.
Das geschäftige Treiben entlang der Dortmunder Meile, heißt es in dem Bericht, habe sich nach jahrelangem Dümpeln zum Liebling der deutschen Handelsmaklerhäuser gemausert. Die drei Branchenführer seien in ihren jüngsten Marktberichten des Lobes voll gewesen über die Westfalenmetropole.
Der Wochenzeitung, die bei Führungskräften der Bau- und Immobilienwirtschaft hoch im Kurs steht, war solch einhellige Bestbenotung Anlass genug, einen eigenen Beobachter an den Ort des Geschehens zu entsenden.
Nach Dortmund fährt man um zu Kaufen
Und der meldete von seinem Besuch an einem Dienstagvormittag Ende März: „In der Fußgängerzone herrscht ein dermaßen geschäftiges Treiben, wie man es in anderen Ruhrgebietsstädten nicht einmal an einem Samstagnachmittag zur Schlussverkaufs-Saison findet. Und - was noch viel wichtiger ist - viele Passanten haben Einkaufstüten in der Hand.” Den Westenhellweg besuche man nicht zum Gucken - wie etwa die Düsseldorfer Königsallee, sondern zum Kaufen.
Was Dortmund so magnetisch mache? Da führt die IZ als erstes die Lage am östlichen Ende des Ruhrgebiets an; sie beschere dem Standort ein riesiges Einzugsgebiet. „Teilweise, so gibt man im 70 Kilometer entfernten Münster hinter vorgehaltener Hand zu, fahren die Leute selbst von dort zum Shoppen nach Dortmund”, hat die „Immobilien Zeitung” in Erfahrung gebracht. Und die westlichen Nachbarstädte Bochum und Essen seien weit genug entfernt, als dass Kaufkraft dorthin abfließen könnte. Zumal gefühlt endlose Baustellen auf der A 40 (B 1) jeden Versuch, westlich von Dortmund einzukaufen, mit staubedingten wartezeiten nicht unter einer Stunde bestrafe.
Händler können Top-Mieten zahlen
Solch hohe Anziehungskraft schlage sich nicht zuletzt auch in der Zentralitätskennziffer von 111,4 nieder - und das bei einer wegen der Arbeitslosigkeit bescheidenen Kaufkraftkennziffer von 97. Der Dortmunder Kunde bleibe nolens volens in der eigenen Stadt - und der aus dem Sauerland, so die IZ, komme an Dortmund nicht vorbei.
Die Gunst der Lage, so das Blatt, schlage auf die Mietpreise durch. Bis zu 210 Euro/qm seien für ein Ladenlokal im gefragtesten Bereich des Westenhellwegs derzeit fällig. Fast ein Drittel mehr als vor zehn Jahren noch. Doch die Einzelhändler scheinen in der Lage, die Top-Tarife zu zahlen.
Die Dortmunder Spitzenlage sei überwiegend konsumig und großflächig ausgerichtet. Von den etwa 90 Geschäften am Westenhellweg seien 85 % von Filialisten belegt, hat man bei Jones Lang LaSalle ausgerechnet. Besondere Stärken: junge Mode und Telekommunikation. Auch das Schuhangebot sei sehr gut vertreten.
Gefragt sei aber auch der Ostenhellweg. So habe es nicht lange gedauert, bis feststand, wer in die von Wehmeyer geräumten Flächen rückt. Für O2 und TK Maxx wurde die ehemalige Kaufhausimmobilie in zwei Ladenflächen aufgeteilt und im letzten Herbst neu vermietet. Während TK Maxx 3 000 qm nutzt, hat sich O2 rund 120 qm gesichert.
Das neue ECE-Center - es wird für 300 Mio Euro hochgezogen und soll zum Weihnachtsgeschäft 2011 mit etwa 150 zusätzlichen Läden auf Verkaufsflächen von zusammen 30 000 qm in Betrieb gehen - schade dem Westenhellweg nicht. Selbst die Handelsmakler, die Shoppingcenter-Entwicklungen zumeist kritisch sehen, hätten am Thier-Projekt wenig zu mäkeln.
„Dortmund kann diesen Zuwachs verkraften, und besonders der Bereich des WestenheIIwegs zwischen Petrikirchhof und Weddepoth dürfte profitieren”, denkt Andreas Siebert, Leiter Einzelhandelsvermietung von Jones Lang LaSalle.
„Neue Konzepte stehen in den Startlöchern”, zitiert die IZ Ulrich Schwätzler, Prokurist beim Osnabrücker Handelsmakler Lührmann. „Somit wird die la-Lage die Konkurrenz des Neuen Thier Areals gut abfedern können, vielleicht sogar durch die Sogwirkung profitieren.”
Die „Immobilien Zeitung” schließt ihren Bericht mit dem Satz: „Wären nur alle Handelsstandorte ein bisschen so wie Dortmund.”
14:11
Mensch! Endlich auch mal etwas Positives, was auf Fakten beruht.
Dennoch gilt es nicht die Augen zu verschließen vor den Dingen, die uns Sorge bereiten.
Aber heute überwiegt das Positive. Es liegt an den Verantwortlichen dieser Stadt, die Zukunft kompetent zu gestalten - und an den Bürgern von Dortmund, öfter mal gute Worte zu Ihrer Heimatstadt zu finden.
Übrigens - ich bin kein Dortmunder........aber besuche die Stadt sehr, sehr gerne.
16:42
Toll, dass man nach Bochum und Essen fahren kann. Warum sollte man das, es sei denn, besagte Städte liegen näher?
Wenn das Ruhrgebiet unter geht wie ein Schiff, dann ist Dortmund zumindest die Flagge am Mast!
Oder man könnte auch sagen, wenn Dortmund hustet, hat der Ruhrpott Grippe!
21:46
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21:25
Ach Herr Lohmann....
Der Maug hat doch nur abgeschrieben. Und das von einer der angesehensten Immobilienzeitungen der Republik. Die wird gelesen von Investoren, Bänkern und anderen Entscheidungsträgern.
Ob es Ihnen nun in ihr depressives Dortmund-Bild passt oder nicht: Unser Stadt steht in vielen Bereichen (und eben auch im Einzelhandel) besser da, als viele Vergleichskommunen.
17:44
Tatsächlich ist es so! Dortmund als Einkaufsstadt bietet ein gutes bis sehr gutes Warenangebot. Das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt gleichermaßen. Da ist die derzeitige Nutzung des ehemaligen Karstadt-Hauses nur als eine Randerscheinung zu betrachten und wird sich sicherlich nicht auf die weitere positive Entwicklung der Innenstadt auswirken.
15:47
Dortmund, der geilste Club der Welt.
15:07
Der Mietvertrag von Sparstadt und Co. endet recht schnell, von daher ist es ja eine Übergangslösung. Ich bin mir sicher, dass der/die Nachmieter von einem ganz anderen Kaliber seien werden. Die mehr als positive Berichterstattung (deutschland- und sogar europaweite) wird natürlich auch ihren Beitrag leisten. Der Standort boomt und das ist doch wunderbar für unsere schöne Stadt.
14:45
Wenn es in Dortmund doch so rosig aussieht, wundert es mich, dass man das ehemalige Karstadt-Technikhaus nur an allseits bekannte Ramschhändler wie KiK vermieten kann. Gerade im Hinblick auf eine bessere Anbindung und eine Aufwertung der Brückstraße sollte das allenfalls eine Übergangslösung sein. Sonst verkommt dieser Bereich ja völlig zur Billig-Meile.
13:48
Oberhausen hat auf außerhalb ein Mega-Center hochgezogen. Dortmund ist so intelligent dieses große Center in der Innenstadt hochzuziehen, weil somit die Innenstadt für Auswärtige noch interessanter wird, somit ist allen geholfen, insbesondere einer attraktiven, abwechslungsreichen Innenstadt! (Und spätestens die Immobilienbesitzer zahlen hier Steuern!)
08:38
@5 Bei der Münsterstraße hat man seitens der Stadt vor 25 Jahren versucht, sie zu entslummen. Das ist mißglückt. Schön war sie davor auch nicht.
Dortmund ist eine klasse Einkaufsstadt, das läßt sich nicht wegnörgeln. Mit Phoenixsee und kleinerem Flughafen wird sie noch weiter gewinnen und auch wieder wachsen.