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Dortmund: Science Slam begeistert im Domicil

11.05.2011 | 05:00 Uhr
Dortmund: Science Slam begeistert im Domicil
Der 3. Science Slam in Dortmund fand am 03.05.2011 im Jazzclub Domicil an der Hansastraße statt. Foto: Helmuth Voßgraff

Zum kontinuierlichen Erfolg entwickelt sich der Science Slam in Dortmund: Auch die dritte Veranstaltung lockte mehrere hundert Zuschauer an - und war damit ausverkauft.

„Hoffentlich wird’s lustig“, meint Carmen. Extra aus Recklinghausen ist die 18-jährige mit ihren Freunden ins „Domicil“ gekommen. Auf der Bühne des Jazzclubs geben diesmal nicht talentierte Musiker, sondern vier Nachwuchswissenschafter ihr Bestes: Science Slam in Dortmund.

Auftritt Mathias Stahnke: Der Student der Raumfahrttechnik aus Aachen erntet einige Lacher bei seinem Vortrag über „Mögliche Auswirkungen der Entstehung des Mondes auf die frühe Entwicklung der Erde“. Dabei ließ er Moleküle Partys feiern. Stahnke glaubt, dass der Mond durch Einschlag eines kleinen Planeten von der Erde abgetrennt wurde. Daher erweiterte er das Einstein-Zitat „Gott würfelt nicht“ um den Zusatz „Er spielt Billard“, was Lacher und Applaus im Publikum nach sich zog.

Abstimmung per Applaus

Nachwuchswissenschaftler herauszuholen aus den Laboren und Uni-Stuben ist das Ziel des Science Slams. Bei diesem „Wissenschafts-Redewettstreit“ hat jeder der vier Slamer zehn Minuten Zeit, um sein Forschungsthema dem Publikum möglichst unterhaltsam vorzutragen. Per Applaus wird abgestimmt, welcher der Wissenschafter am besten war. In Dortmund kommt das gut an. Auch der dritte Science Slam war ausverkauft. 400 meist junge Leute – darunter viele Studenten – drängten sich ins „Domicil“. „Dieser kontinuierliche Erfolg überrascht uns selbst, es gibt offenbar ein großes Interesse an Wissenschaft außerhalb der Hochschule“, erzählt Sveda Gettys, der für den Luups Verlag den Science Slam organisiert.

Mit Herzblut für die Wissenschaft

Für den Wettbewerb sucht Gettys Wissenschaftler, „die authentisch sind und mit Herzblut ihr Projekt vorstellen“. Dabei waren auch zwei Dortmunder Akademiker. Dr. Ingo Bosse, Professor für Rehabilitation und Pädagogik bei Körperbehinderung an der Technischen Universität, untersuchte, wie Behinderte in den TV-Krimis „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ dargestellt werden. Der Dortmunder Sport- und Wissenschaftspsychologe Michele Ufer zeigte in seiner Präsentation „Wie viel Kopf steckt in den Füßen?“, welche Leistungen mit mentalem Training erreicht werden können.

Der Immunologe Vinay Rambal hat bereits beim Science Slam in Berlin mitgemacht. Jetzt erläuterte er hier auf Englisch, wie sich der Körper bei Organspenden verhält: Manche Körperzellen akzeptieren das neue Organ als Freund – diese wurden bei der Powerpoint-Präsentation als Kuschelteddy dargestellt, manche Körperzellen sehen das neue Organ als Feind – dargestellt als Monster.

I-Pad als Hauptgewinn

Lag es an diesen putzigen Illustrationen oder an der sympathischen Art, in der sich Rambal in einem Mix aus Deutsch und Englisch vorstellte? Jedenfalls: Vinay Rambal erhielt den meisten Beifall. Neben dem symbolischen Hauptgewinn der „Goldenen Handschuhe“ spendierte der Sponsor der Veranstaltung ihm ein nagelneues I-Pad.

Ring frei für den nächsten Science Slam im Oktober!

Sabine Denninghoff

Kommentare
11.05.2011
13:30
Dortmund: Science Slam begeistert im Domicil
von schwarzbart | #1

Es heisst natürlich, auf gut denglish Slammer und nicht Slamer.

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2011-05-11 05:00
Dortmund